Benedikt XVI.: Missbrauchsskandal war "ein Schock"

Pressekonferenz beim Flug nach Edinburgh

Edinburgh, 16.09.10 (KAP) Auf seinem Weg nach Großbritannien hat sich Papst Benedikt XVI. erschüttert über den Pädophilieskandal in der katholischen Kirche geäußert. Die Enthüllungen über Missbrauchsfälle seien für ihn "ein Schock" gewesen, sagte er am Donnerstag während des Fluges nach Edinburgh vor Journalisten: "Es ist schwer zu verstehen, wie diese Perversion des priesterlichen Dienstes möglich gewesen ist."

Benedikt XVI. räumte ein, die Kirchenleitung habe über pädophile Geistliche "nicht genug gewacht". Die Schuldigen müssten einer gerechten Strafe zugeführt werden und dürften nicht mehr als Priester tätig sein. Es gelte, künftig jede Möglichkeit auszuschließen, dass sie erneut Zugang zu Jugendlichen erhalten. Der Papst räumte ein, die Kirchenleitung sei gegenüber den Missbrauchsfällen nicht wachsam genug gewesen und habe nicht schnell und entschieden genug reagiert.

Weiter kündigte Benedikt XVI. an, künftig mehr Wert auf die richtige Auswahl und Ausbildung der Priesteramtskandidaten zu legen. Der katholischen Kirche in Großbritannien dankte er für die Aufmerksamkeit und für die Zusammenarbeit, die sie gegenüber dem Vatikan und staatlichen Stellen beim Umgang mit Pädophiliefällen gezeigt habe.

Trotz angekündigter Proteste zeigte sich Benedikt XVI. zuversichtlich über das Gelingen seiner Reise. Auch vor seinen Reisen nach Frankreich oder in die Tschechische Republik habe es Befürchtungen gegeben, der Besuch könne durch Kundgebungen beeinträchtigt werden, sagte er. Solche Ängste hätten sich jedoch nie bewahrheitet.

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