Caritas-Weltpräsident erwartet keine Fortschritte bei UN-Gipfel

Kardinal Rodriguez Maradiaga: "Eine Million Euro, die der Caritas gegeben wird, erreicht viel mehr als 100 Millionen Euro, die über die Regierung vermittelt werden"

Rom, 16.09.10 (KAP) Caritas-Weltpräsident Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga knüpft keine großen Erwartungen an den am kommenden Montag beginnenden UN-Gipfel zu den Millenniumsentwicklungszielen. Es werde in New York "bestimmt viel darüber gesprochen werden, wer schuld an der Krise ist. Aber ich rechne nicht damit, dass es zu sichtbaren Fortschritten kommt", sagte der Präsident des Dachverbands "Caritas Internationalis" mit Sitz in Rom in einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Er vermisse den "tiefen Wunsch nach Veränderung". Statt die Armut - wie im Jahr 2000 vereinbart - zu verringern, sei sie in den vergangenen zwei Jahren im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise noch größer geworden.

Zugleich nahm Rodriguez auch die Entwicklungsländer in die Verantwortung. Dort gehe viel finanzielle Hilfe durch Korruption verloren. Dieses Problem könne man durch die stärkere Einbeziehung von Nichtregierungsorganisationen verbessern. "Wir haben mit den Geberländern gesprochen, warum die Hilfe immer von Regierung zu Regierung fließen muss. Manche sind einfach nicht in der Lage, damit transparent umzugehen", so der Caritas-Präsident: "Eine Million Euro, die der Caritas gegeben wird, erreicht viel mehr als 100 Millionen Euro, die über die Regierung vermittelt werden."

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