Khol: Über der "Pflegefonds"-Debatte die Bedürfnisse der Pflege(fach)kräfte nicht vergessen!

Im Herbst ist breite Debatte zu führen, die alle Beteiligten einbindet.

Wien (OTS) - "Wenn's um Pflege geht, kennen sich bekanntlich alle aus: Unfinanzierbar! Kostenexplosion! Fonds muss her! Punkt. Doch das eigentliche Ziel - nämlich ein Leben in Würde bis zum letzten Atemzug - verlieren die meisten dabei aus den Augen. Wer menschenwürdige Pflege will, darf sich aber nicht nur ums Geld sorgen, sondern muss auch sicher stellen, dass es auch jenen Menschen gut geht, die Pflege leisten - den Pflege(fach)kräften!" erklärt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, im Zuge einer Podiumsdiskussion beim "Österreichischen Kongress für Führungskräfte in der Altenarbeit".

Er verlange daher, dass "noch in diesem Herbst eine Debatte geführt wird, die zufrieden stellende Lösungen für alle Beteiligten liefert. Was hilft's wenn wir oben mehr Geld hinein schütten, aber unten unzufriedene Pflegebedürftige und überlastete Pflegekräfte überbleiben", erklärt Khol weiter.

Khol hatte sich in den letzten Jahren mit dem mehr als 305.000 Mitgliedern zählenden Seniorenbund, dessen Obmann er seit 2005 ist, mehrfach für Verbesserungen bei Pflege und Betreuung eingesetzt. Im Bereich der Pflege(fach)kräfte verlangt er unter anderem "eine bessere Förderung der Aus- und Weiterbildung, bessere begleitende Unterstützung im Arbeitsalltag, mehr Kraftanstrengung im Bereich der Forschung (u.a. Pflegewissenschaften) und vor allem: eine deutlich bessere Bezahlung!"

Pflege als gleichberechtigten Teil der sozialen Sicherheit verstehen!

"Wir haben schon einiges erreicht. Aber die Wahrheit ist, dass das Pflegesystem in Österreich ein Fleckerlteppich bleibt. Genau das müssen wir jetzt beheben, dazu bietet sich jetzt eine einmalige Chance", so Khol weiter.

"Zuletzt war in der Debatte viel Lob für das das Norwegische Pflegesystem in zu hören. Wissen Sie, wer dort für Pflege zu 100% zuständig ist? Die Norwegische Gesundheitsministerin! Weil dort Pflege ganz selbstverständlich zum Gesundheitssystem gehört - nicht wie in Österreich zur Sozialhilfe! Genau da müssen wir hin: Hilfe aus einer Hand beim zuständigen Gesundheitslandesrat; unabhängig von Wohnort, Familienstand oder Vermögen", ist Khol überzeugt.

Und Khol ist zuversichtlich, dass es gelingen kann, das Pflegesystem neu aufzustellen und stärker an den Bedürfnissen der beteiligten Menschen zu orientieren: "Nach dem 10. Oktober gibt's in Österreich zwei Jahre lang keine Wahlen zu schlagen. Da muss es doch möglich sein, ohne ideologische Scheuklappen eine konstruktive Debatte zu führen und zu guten Lösungen zu finden." Außerdem hatte Finanzminister Pröll zuletzt zugesagt, noch in diesem Herbst umfassende Verhandlungen zur Neugestaltung der Pflege zu führen.

Für den 27. September lädt Khol als amtierender Seniorenrats-Präsident gemeinsam mit den Organisationen der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) jedenfalls zur großen Pflege-Enquete ins Parlament: "Nachdem man uns monatelang ignoriert hat, machen wir unseren Runden Tisch jetzt eben selbst. Wir werden nicht aufhören, für ein besseres und an der Würde der Menschen orientiertes, Pflege-System zu kämpfen - und zwar gemeinsam", so Khol abschließend.

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