Brauner: Wien investiert in die Forschung

Forschungsfest startet am Samstag und neues Nachwuchsförderprogramm holt junge SpitzenforscherInnen nach Wien

Wien (OTS) - Übermorgen öffnet das dritte Wiener Forschungsfest auf der Kaiserwiese im Prater seine Pforten. Am Samstag, den 18. und Sonntag, den 19. September werden rund 50 Projekte der Wiener Spitzenforschung präsentiert. Von den Weltraummöbeln für die NASA über Roboter und hirnstromgesteuerte Computer bis hin zur Hightech-Prothese können die Ergebnisse heimischer Forschung hautnah erlebt und selbst ausprobiert werden. Wien zeigt also die Ergebnisse erfolgreicher Forschung, fördert aber zugleich verstärkt den wissenschaftlichen Nachwuchs: In dieser Woche ging die allererste Ausschreibung der "Vienna Research Groups for Young Investigators" über die Bühne. Mit diesem eigenen Nachwuchsförderprogrammm holt die Stadt junge, internationale Top-WissenschafterInnen nach Wien. Die erste Ausschreibung konnten eine Zellforscherin, ein Physiker und ein Pflanzenforscher für sich entscheiden. 4,5 Millionen Euro investiert die Stadt Wien in diese drei neuen "Vienna Research Groups". Erfreuliche Neuigkeit: Aufgrund des enormen Interesses des internationalen Forschungsnachwuchses wird Wien 2011 trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zwei weitere Forschungsgruppen mit insgesamt 3 Millionen Euro finanzieren.

Beim Forschungsfest Wissenschaft hautnah erleben

"Das Wiener Forschungsfest ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der offensiven Forschungsstrategie der Stadt Wien. Wir wollen damit Forschung und Innovation für alle Altersgruppen spannend und unterhaltsam erlebbar machen. Denn gesellschaftliche Akzeptanz, Interesse und Neugierde für Forschung und Innovationen sind für den Wirtschaftsstandort Wien unerlässlich", umreißt Brauner die Ziele des Forschungsfestes.

Auf 1.500 Quadratmetern Fläche im "Forschungszelt" werden den WienerInnen 50 Projekte von Wiener Forschungseinrichtungen wie Universitäten, Fachhochschulen und forschenden Unternehmen präsentiert. Ausgestellt werden u.a. Weltraummöbel, die das Wiener Unternehmen Liquifer für die NASA entwickelt und produziert oder die neueste Handprothese der Firma Otto Bock, deren Motorik die menschliche nahezu perfekt nachbildet. Alle Projekte werden von WissenschafterInnen vor Ort erklärt und können auch selbst ausprobiert werden. Das Wiener Forschungsfest wird Samstagmittag um 14.00 Uhr von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Vizebürgermeisterin, Finanz und Wirtschaftsstadträtin Mag.a Renate Brauner eröffnet werden.

Riesenrad wird zum Forschungsrad

Neben dem Forschungszelt mutiert das Wiener Riesenrad im Prater am Samstag zum "Forschungsrad": 40 WissenschafterInnen verwandeln die Gondeln dieses Wiener Wahrzeichens zu Mini-Hörsälen. Auf die interessierten BesucherInnen warten spannende Vorträge aus vielen verschiedenen Disziplinen, die in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen konzipiert und organisiert wurden: Marianne Popp stellt in ihrer Vorlesung die Frage, warum Bäume nicht in den Himmel wachsen, Josef Penningers Vortrag trägt den Titel "Brave New World" und Beate Wimmer-Puchinger wird darauf eingehen, wie der Alltag unser Körperbild und die Gesundheit beeinflusst. Der Vorverkauf für die Forschungsrad-Tickets findet am 16. und 17. September von 13.00 bis 18.00 Uhr im Ticket-Corner auf der Kaiserwiese statt. Am Tag der Vorlesungen selbst können die Karten ab 12.00 Uhr vor Ort um fünf Euro für Erwachsene und um zwei Euro für Kinder bis 14 Jahre erworben werden. Claus Hofer, Geschäftsführer des ZIT, das für die Organisation des Forschungsfestes verantwortlich ist:
"Forschungsförderung heißt für uns nicht nur Mittel für Finanzierungen bereitzustellen, sondern auch das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Forschung nachhaltig zu schärfen."

Wissen sammeln und gewinnen mit dem WiFF-Zack-Pass

Für Kinder gibt es am Forschungsfest eine ganz besondere Herausforderung. Nach einer kurzen Einführung in die Themen Forschung und Innovation bekommen die NachwuchsentdeckerInnen einen Forschungsauftrag zu einem der Themenbereiche Gesundheit, Kommunikation, Mobilität, Energie oder Umwelt. Nach dem erfolgreichen Besuch einer Forschungsstation erhalten die Kinder auf ihrem WiFF-Zack-Pass einen Pluspunkt. Als Preis wartet auf alle jungen ForschungsfestbesucherInnen mit einem vollständigen WiFF-Zack-Pass das brandneue Kinderbuch "Ideenattacke! Das Wiener Forschungsabenteuer". Das eigens entwickelte Buch erklärt Kindern ab acht Jahren Forschung und Innovation spielerisch und macht so Lust auf wissenschaftliche und technische Berufe. Ab 20. September kann die Publikation in ausgewählten Buchhandlungen um 10,50 Euro auch käuflich erworben werden.

Wien baut Forschungsförderung weiter aus

Das Forschungsfest zeigt einmal mehr den hohen Stellenwert, den Forschung im Rahmen der Wiener Wirtschaftspolitik einnimmt. Deshalb wurde am Höhepunkt der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise sogar ein eigenes Forschungskonjunkturpaket seitens der Stadt aufgelegt. Eines der Projekte nimmt nun konkrete Gestalt an: Die ersten sogenannten "Vienna Research Groups for Young Investigators" werden gefördert. Mit diesen will die Stadt Wien einen besonderen Akzent in der Nachwuchsförderung in für Wien wichtigen Forschungsfeldern setzen. Für die ersten drei ausgewählten Forschergruppen stellt die Stadt Wien insgesamt 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

"Ziel dieses Programms ist es, große Talente nach Wien zu holen und langfristig an den Standort zu binden. Die erste Ausschreibung war äußerst erfolgreich und ich freue mich, dass wir drei exzellenten ForscherInnen den Start in eine erfolgreiche Karriere hier in Wien ermöglichen können. Das große Interesse vieler Spitzenleute am Forschungsstandort Wien, aber auch das große Interesse der Wiener Forschungseinrichtungen selbst, im Rahmen dieses Instruments exzellente junge ForscherInnen für sich nach Wien zu holen, beweist einmal mehr, dass wir mit unserer konsequenten Forschungsförderung erfolgreich sind. Daher haben wir uns entschlossen, im Jahr 2011 trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen eine zweite Ausschreibungsrunde für zwei weitere Gruppen mit insgesamt 3 Millionen Euro zu finanzieren", so Brauner.

Junge ForscherInnen stärken Wiener Forschung

Eine "Vienna Research Group for Young Investigators" ist eine ForscherInnengruppe, die einer Person in der Post-Doc-Phase den nächsten substanziellen Karriereschritt ermöglicht. Meist handelt es sich um die erste "echte" Gruppe, die von dieser NachwuchsfoscherIn geleitet und in der auch Führungsverantwortung für einige MitarbeiterInnen übernommen wird. Der Fokus der ersten Ausschreibung wurde auf den für die Stadt Wien so wichtigen Bereich "Life Sciences" gelegt. Abgewickelt wird das Programm vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF).

Eine international hochkarätig besetzte ExpertInnen-Jury hat nun die ersten drei Group Leader zur Förderung empfohlen:

Alipasha Vaziri (35) ist ein österreichischer Physiker, der sein Doktorat bei Anton Zeilinger an der Universität Wien abgelegt hat. Nach zwei Jahren am MIT erforscht er seit 2007 am Howard Hughes Medical Institute/Janelia Farm in wie weit man mit Methoden der Quantenphysik bildgebende Verfahren der Life Sciences verbessern und beeinflussen kann. Proponenten dieses Antrages sind die Universität Wien gemeinsam mit dem Max F. Perutz Laboratories (MFPL) und dem Institut für Molekulare Pathologie (IMP).

Jürgen Kleine-Vehn (33) ist ein deutscher Pflanzenforscher, der nach einem Doktorat an der Universität Tübingen an der Universität Ghent forschte. Kleine-Vehn beschäftigt sich mit Sauerstofftransport in Pflanzen, insbesondere in Wurzelsystemen und deren Auswirkung auf Pflanzenwachstum und -krankheiten. Proponent dieses Antrages ist die Universität für Bodenkultur Wien.

Die Schweizerin Claudine Kraft (32) beschäftigt sich mit der Zellfunktion "Autophagie", einem Prozess, der die Lebenszeit einer Zelle mitbestimmt. Eine der wesentlichen Ursachen für Autophagie ist das Fasten; Kraft kommt von der ETH Zürich, Proponent sind die Max F Perutz Laboratories (MFPL). Zusätzlich zu dieser höchst erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere ist Frau Kraft auch Mutter eines Kindes und damit ein Rollenmodell für junge Wissenschafterinnen.

WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer zeigte sich von der großen Anzahl von hochqualifizierten KandidatInnen beeindruckt: "Wien ist in vielen Bereichen der Life Sciences für junge WissenschafterInnen ein "place to be" geworden - was viel über die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes aussagt."

Serviceteil:

ZIT - Die Technologieagentur der Stadt Wien

Das Wiener Forschungsfest ist eine Initiative von Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Mit der Umsetzung betraute der Gemeinderat das ZIT - Die Technologieagentur der Stadt Wien und eine Tochter der Wirtschaftsagentur Wien. Das ZIT wurde im Jahr 2000 gegründet mit dem erklärten Ziel der Stadt die Innovationsfähigkeit der Wiener Wirtschaft zu stärken, die Forschungsförderung zu stärken und die Technologieförderung zu schärfen. Die Kernaufgaben der Technologieagentur der Stadt umfassen im Wesentlichen: monetäre Förderungen, technologiespezifische Immobilien sowie ein vielfältiges Dienstleistungsangebot. Um das Innovationspotenzial am Wirtschaftsstandort Wien insgesamt zu erhöhen, setzt das ZIT verstärkt Maßnahmen, die das Bewusstsein der Bevölkerung für Forschung, Entwicklung und Innovation erhöhen.
Webtipp: www.zit.co.at

WWTF - Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds

Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) ist eine privat- gemeinnützige Förderorganisation für Wissenschaft und Forschung in Wien. Die Förderinstrumente und Vergabeverfahren des Fonds sind auf die Stärkung der Spitzenforschung in Wien gerichtet. 2003-2010 wurden vom Fonds knapp 60 Millionen Euro an Fördermitteln für wissenschaftliche Forschungsprojekte und für die Förderung von Stiftungsprofessuren gewidmet. Der WWTF fördert ausschließlich universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Neben den "WWTF-Stiftungsprofessuren" stellen "Vienna Research Groups" ein weiteres Instrument dar, um im immer stärker werdenden internationalen wissenschaftlichen Standortwettbewerb zu punkten.

Webtipp: www.wwtf.at

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Cécile-Veronique Kochwalter
Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner
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