Neues Volksblatt: "Spielregeln" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. September 2010

Linz (OTS) - Nein, normal im Sinne unserer Wertvorstellungen ist dieses Verhalten nicht. Und daher kann man auch nicht zur Tagesordnung übergehen, wenn sich unterschiedliche ethnische Gruppierungen eine blutige Fehde liefern, die sich beinahe durch halb Oberösterreich hinzieht (siehe Seite 8). Wer in seinem Gastland so agiert, darf sich über negative Pauschalurteile nicht wundern. Die vielzitierte Ausländerfeindlichkeit resultiert eben nicht nur aus Vorurteilen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, sondern sie wird auch genährt durch Verhaltensweisen, die nicht tolerierbar sind. Wenn einmal die Polizei vor Krankenhäusern aufmarschieren muss, um die Sicherheit von Patienten zu gewährleisten, müssten eigentlich alle Alarmglocken schrillen.
Wer hier leben will, kann das nicht nach irgendwelchen ungeschriebenen Gesetzen seiner Heimat tun, sondern muss die Normen und Gesetze dieses Landes kennen, respektieren und vor allem vorbehaltlos akzeptieren. Der Wille (und auch die intellektuelle Fähigkeit) zur Integration müssen zentraler Bestandteil der Migrationspolitik sein. Nur wenn es klare Spielregeln gibt, kann man Parteien, die mit diffuser Ausländerfeindlichkeit auf Stimmenfang gehen, den Boden entziehen.

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