Ökostrom: Ausbau der Erneuerbaren stagniert

Wien (OTS) - Mit der Präsentation des Ökostromberichts der E-Control ist es wieder einmal amtlich, dass das österreichische Ökostromgesetz in den vergangenen Jahren vor allem eines bewirkt hat:
Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung ist fast völlig zum Erliegen gekommen.

Verzichtet man in Zukunft auf den weiteren Ausbau von Stromerzeugung aus fester Biomasse und Biogas, die als einzige Erneuerbare bis zu 8.000 Stunden im Jahr liefern können, führt das zwangsläufig zur weiteren Forcierung der fossilen Stromerzeugung. Wind, Photovoltaik und Wasserkraft können zwar, ohne von einem Rohstoff abhängig zu sein, Strom erzeugen, sind aber massiv vom Wetter abhängig. Dementsprechend schwankt auch die Stromproduktion. Im Gegensatz dazu kann Strom aus Biomasse jederzeit erzeugt werden. Weiters fällt bei der Verstromung von Biomasse zusätzlich Wärme an, von der bereits jetzt eine Vielzahl von Haushalten durch nachhaltiges und kostengünstiges Heizen profitieren.

Man muss ein Energiesystem immer als Ganzes betrachten. Eine für das Funktionieren des künftigen erneuerbaren Gesamtsystems wichtige Technologie, wie eben z. B. die Stromerzeugung aus fester Biomasse oder Biogas, herauszupicken und ihre vermeintlich hohen Kosten anzuprangern, ist einfach kurzsichtig. Ihnen mangelnde Konkurrenzfähigkeit vorzuwerfen, ist zudem mehr als zynisch. Ein funktionierender Markt setzt die Marktgleichheit der Marktteilnehmer voraus - und davon sind wir aufgrund der massiven Subventionierung der fossilen und atomaren Energieerzeugung und der mangelnden Kostenwahrheit noch weit entfernt.

Der durchschnittliche österreichische Haushalt musste 2009 für Energie etwa 2.300 Euro ausgeben. Etwa 50 Euro soll der heimische Stromkunde laut Schätzungen für den Ökostrom im Jahr 2015 bezahlen. Diese 50 Euro bleiben im Land und gehen nicht wie bis zu 70 % der genannten Energiekosten ins Ausland - so hoch ist in etwa die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Damit sollen regionale Strukturen aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und die Versorgungssicherheit erhöht werden. Zusätzlich zu den Ökostromkosten sollte der nach Österreich importierte Anteil von fossiler Energie sowie von Atomstrom auf der Stromrechnung ausgewiesen werden und für den Österreich im Jahr zig Millionen Euro über Euratom bezahlt. Mit dieser Maßnahme würde der Konsument endlich sehen, welche Leistungen er schlussendlich wirklich finanziert: die weitere Stärkung der fossilen Energieträger und damit die weitere Abhängigkeit von ausländischen Energiekonzernen, Umweltzerstörung und Atomstrom.

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