SJ-Moitzi zu Berlakovich: Atomlobby mit Schüssel bestens im ÖVP-Klub vertreten

Umweltminister gaukelt Anti-AKW-Engagement vor, bietet Atomlobby aber nicht einmal im eigenen Parlamentsklub die Stirn

Wien (OTS) - "Umweltminister Berlakovich gaukelt der
Öffentlichkeit Engagement gegen die Laufzeit-Verlängerung der deutschen Atommeiler vor, während er die Atomlobby in seinen eigenen Reihen sitzen hat", bemerkt Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, zum jüngsten Interview des ÖVP-Ministers im deutschen Wochenmagazin "Der Spiegel". "Während sich Berlakovich in den Medien als eifriger Atomkraftgegner inszeniert, verdient sein Ex-Parteiobmann und ÖVP-Nationalratsabgeordneter Schüssel als Aufsichtsrat des Atomkonzerns RWE kräftig mit an dessen sprudelnden Gewinnen", kritisiert Moitzi und ortet eine "scheinheilige Doppelmoral" bei der ÖVP, in deren Klub die Atomlobby bestens vertreten sei. ****

Für die Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler könne sich die österreichische Bevölkerung bei der deutschen CDU-FDP-Regierung bedanken, die nach der Pfeife großer Konzerne wie RWE tanze. "Für die Konservativen zählen nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern die Profite der Großunternehmen und Reichen. Das gilt für Deutschland wie für Österreich. Würde sich die ÖVP im Kampf gegen die Atomkraft nur halb so engagieren, wie sie es beim Einsatz für die Steuerprivilegien der Superreichen tut, hätte der Verlängerung der AKW-Laufzeit möglicherweise schon Einhalt geboten werden können", so Moitzi.

"Wenn es um mediale Inszenierungen geht, schlüpft Berlakovich gerne mal in die Rolle des kühnen und wagemutigen Kämpfers gegen die nukleare Bedrohung. Der Mut des ÖVP-Ministers endet jedoch, wenn es darum geht, die Handlanger der Atomkonzerne im eigenen Parlamentsklub zur Rechenschaft zu ziehen", so Moitzi. "Wenn Berlakovich ernsthaft der Atom-Lobby die Stirn bieten will, kann er damit gleich in den eigenen Reihen beginnen", empfiehlt Moitzi dem Minister abschließend. (Schluss) mo/mp

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