VP-Korosec ad Hebammen: Jahrelang hat KAV Gefahr für Personal und PatientInnen ignoriert

Unterbesetzung der Kreißsäle leider die Regel und nicht die Ausnahme

Wien (OTS) - Als "Chuzpe" bezeichnet die Gesundheitssprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Ingrid Korosec, die Aussagen des Generaldirektors des Wiener Krankenanstaltenverbundes Wilhelm Marhold in einem Zeitungsinterview zu den massiven Vorwürfen betreffend Kreißsäle und Frühgeborenenstation des AKH. "Unter einem "Macher" stelle ich mir etwas anderes vor, denn die Defizite in der Organisation und im Personalmanagement sind seit mindestens drei Jahren durch fundierte Unterlagen in der Führungsetage bekannt gewesen. Jetzt einfach so zu tun, als hätte man immer schon gewusst, wo die Probleme liegen, ist unglaubwürdig und de facto auch ein Schlag ins Gesicht der Hebammen, die im AKH unter schwierigsten Bedingungen täglich ihr Bestes geben", erklärt Korosec.

Nachhaltige Personalplanung wurde sträflich vernachlässigt

Was sie besonders ärgert, so Korosec, sei die Tatsache, dass insbesondere die Personalplanung bei den Hebammen bis dato überhaupt nicht so funktioniere, wie es sein sollte. "Das durchschnittliche Alter der aktiven Hebammen im Kreißsaal liegt im AKH bei 48 Jahren. Wenn man bedenkt, dass dieser Beruf körperlich sehr anstrengend ist und daher notgedrungen mit zunehmendem Alter krankheits- und berufsbedingte Ausfälle zunehmen, dann frage ich mich schon, warum sich erst jetzt ein Gremium des Obersten Sanitätsrates mit der Problematik befasst."

Durch mangelnde Planung bei Ausstattung und Personal sei es mittlerweile Realität geworden, dass tagsüber meist nur mehr drei Hebammen im Einsatz sind, weil krankheitsbedingte Ausfälle nicht mehr kompensiert werden können. So manche Hebamme müsse bis zu neun Dienste hintereinander absolvieren. Es komme dadurch vermehrt zu Verletzungen der gesetzlichen Arbeitszeitbestimmungen, etwa der vorgeschriebenen Regenerationszeit und der Wochenendruhe.

"Dieser Zustand zeigt eindeutig, dass grundlegende Reformen notwendig sind. Mit der Schaffung einzelner Dienstposten wird es nicht getan sein. Wir stehen hier erst am Anfang des Veränderungsprozesses. Es gilt daher jetzt keine Zeit mehr zu verlieren, sondern rasch Abhilfe zu schaffen", so Korosec abschließend.

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