"Europa soll sich an Christus orientieren"

Kardinal Schönborn bei Festgottesdienst im ostungarischen Mariapocs

Wien (OTS) - Budapest, 12.09.10 (PEW) Zum Gebet für eine Neuorientierung der Länder Europas an Christus hat Kardinal Christoph Schönborn im ostungarischen Wallfahrtsort Mariapocs aufgerufen. Bei dieser Neuorientierung gehe es nicht um "die Macht der Kirche", sondern vielmehr um das "Glück der Menschen". Mariapocs ist nicht nur der bedeutendste ungarische Wallfahrtsort, sondern auch das Herz der "unierten" (griechisch-katholischen) Kirche in Ungarn. Die berühmte Marienikone im Wiener Stephansdom, vor der täglich tausende Kerzen brennen, stammt aus Mariapocs. Kardinal Schönborn predigte bei einem Festgottesdienst im byzantinischen Ritus aus Anlass der "Initiative der geistlichen Erneuerung" im Hinblick auf das bevorstehende 100-Jahr-Jubiläum der griechisch-katholischen Eparchie Hajdudorog. Bei dem Festgottesdienst waren auch der ungarische Kardinal-Primas Peter Erdö und der Staatssekretär (und reformierte Pfarrer) Zoltan Balog teil.

Kardinal Schönborn erinnerte in seiner Predigt an das Tränenwunder, das die Ikone von Mariapocs berühmt gemacht hat (das Gnadenbild entspricht dem byzantinischen Typus der "Wegweiserin" (Hodigitria), mit ihrer rechten Hand zeigt Maria auf Jesus). Man könne sich die Frage stellen, ob Maria weint, "weil sie sieht, welches Leid über die Menschen kommt, wenn sie Jesus nicht nachfolgen". Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof in diesem Zusammenhang: "Dieses geliebte und leidgeprüfte Land Ungarn hat schmerzlich erleben müssen, was es heißt, wenn ein atheistisches Regime über Jahrzehnte sein Geschick bestimmt. Wieviel Leid, wieviel Unrecht, wieviel Verwüstungen in den Seelen hat dieses Regime hinterlassen".

Benedikt XVI. habe bei seiner Antrittspredigt am 24. April 2005 betont, dass niemand sich fürchten müsse, Christus nachzufolgen, sagte der Wiener Erzbischof und zitierte den Papst: "Christus nimmt uns nichts von dem, was gut, wahr und schön ist?Doch, Christus nimmt uns etwas: die Korruption, die Ungerechtigkeit, die Rechtlosigkeit". Und Kardinal Schönborn fügte hinzu: "Wie sollten wir nicht beten, dass Christus uns befreit von der Lüge, die nur zu oft das öffentliche Leben und auch unser Leben vergiftet. Wie sollten wir Ihn nicht bitten, dass er alle Länder von der Geißel der Korruption befreit, die alle Beziehungen verfälscht und vergiftet und die ein gutes, blühendes Land nach dem Wort des Heiligen Augustinus in eine Räuberhöhle verwandelt". (forts mg

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