Neues Volksblatt: "Experten" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 10. September 2010

Linz (OTS) - Alle waren in der Schule; das bedeutet, dass die Zahl der Experten in Schulfragen noch größer ist als beim Fußball. In der aktuellen Schuldebatte reden jedenfalls viele mit, bei denen man sich fragt, wo sie ihr Expertenwissen her haben - außer von den Erinnerungen an ihre Schulzeit. Die meisten vermitteln den Eindruck, das österreichische Schulsystem stehe auf einer Stufe mit den Entwicklungsländern. Und jeder weiß, wie es besser geht.
Derzeit erklärt man uns, dass der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Buben gar nicht gut sei, man müsse die Geschlechter trennen, will man wirklich gute Leistungen haben.
Alles schon da gewesen. Viele von uns erinnern sich an ihre Schulzeit, als die Mädchen und Buben noch getrennt waren - und wie uns damals die Schulexperten erklärt haben, dass das ganz altmodisch, geradezu hinterwäldlerisch sei und der schulischen und persönlichen Entwicklung der Kinder ungeheuer abträglich.
Also setzte man Mädchen und Buben in eine Klasse. Jahrzehntelang war das auch gut - jetzt will man sie wieder trennen.
Was lernen wir daraus? Alles schon da gewesen, recht viel Neues fällt den sogenannten und echten Experten auch nicht ein. Und: Man muss nicht alles glauben, was man uns einreden will. In ein paar Jahren ist alles wieder ganz anders!

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