Chalupka: Glücksspielgesetz muss endlich in Begutachtung!

Aufhebung des Glücksspielmonopols durch EuGH als Chance nützen

Wien (OTS) - "Das Fehlen einer unabhängigen Begutachtung der letzten Glücksspielgesetznovelle haben Experten und Expertinnen bereits im Juni kritisiert. Nun ist die Chance gekommen, dieses Versäumnis nachzuholen", reagiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, auf die jüngste Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, das Glücksspielmonopol aufzuheben. "Die Regierung ist aufgefordert, die entsprechenden Schritte zu setzen, um eine objektive Begutachtung der Novelle zu gewährleisten. Für Neuerungen ist es noch nicht zu spät!"

Die Novelle des Glücksspielgesetzes im Juni 2010 brachte u.a. eine Ausweitung der Glücksspielautomaten sowie eine mögliche Erhöhung der Einsätze pro Spiel. Dieses Prinzip von Angebot und Nachfrage lässt sich am Beispiel Kärnten darstellen, wo bereits im Jahr 1997 das kleine Glücksspiel erlaubt wurde.

Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz, Leiter der Spielsuchtambulanz und Primarius des Krankenhauses de La Tour der Diakonie Kärnten, erläutert: "Vor dem Jahr 2000 gab es in Kärnten nur ganz sporadisch Spielsüchtige, die behandelt werden mussten. 1997 wurde dann das Gesetz zum "Kleinen Glücksspiel" geändert - heute bedarf es einer umfangreichen therapeutischen Arbeit, hunderte von Spielern brauchen eine ambulante oder stationäre Therapie, vom Leid der Familien ganz abgesehen."

Die Spielsuchtambulanzen der Diakonie in Kärnten bieten unter anderem Beratung für Betroffene und Angehörige, Einzel- und Gruppentherapie sowie Vermittlung in stationäre Therapieeinrichtungen. Das Angebot richtet sich nicht nur an Spielsüchtige, sondern auch an Internet- und Computersüchtige, Kaufsüchtige und an Menschen mit anderen Formen von Verhaltenssüchten. Zusätzlich betreibt die Diakonie Kärnten für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen das Sonderkrankenhaus de La Tour in Treffen bei Villach.

Rückfragen & Kontakt:

Bettina Klinger / Leitung Kommunikation
Diakonie Österreich
Tel: 409 80 01-14
Mobil: 0664 / 314 93 95
E-Mail: bettina.klinger@diakonie.at
Internet: www.diakonie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DIK0001