Studiengebühr: Rektoren-Chef Sünkel baut auf Tauschgeschäft zwischen SPÖ und ÖVP

Wissenschaftsministerin Karl (ÖVP) hat noch "keine konkreten Zusperrpläne für Unis"

Wien (OTS) - Im Streit um eine Wiedereinführung von Studiengebühren, wie sie zuletzt Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) vorgeschlagen hat, glaubt Hannes Sünkel, Chef der Universitätenkonferenz, an ein politisches Tauschgeschäft. Dazu meinte er in der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt": "Politik ist immer ein Tauschgeschäft. Ich denke da ein Tauschgeschäft zwischen der Wissenschaftsministerin und der Unterrichtsministerin, auch da gibt es Baustellen. Beide zu bedienen und dem jeweiligen Gegenüber etwas anzubieten, erschiene mir sehr sinnvoll."

Tatsächlich stehen hier aktuell zwei Streitthemen an: Die SPÖ will keine Studiengebühren und die ÖVP keine Gesamtschule. In einem Tauschgeschäft könnte man gleich beide Begehrlichkeiten durchbekommen. Doch VP-Wissenschaftsministerin Karl will nichts davon wissen: "Es geht mir nicht um Tauschgeschäfte. Es geht mir darum, dass unsere Universitäten frisches Geld brauchen. Da erwarte ich mir konstruktive Vorschläge." Ähnlich klingt auch SP-Wissenschaftssprecherin Andreas Kuntzl: "Das Bildungssystem ist kein Basar, auf dem man tauschen kann".

Den Hilferuf der Wissenschaftsministerin, dass sie, wenn sie kein Geld bekommt, Unis zusperren muss, sieht sie nicht als "Erpressung", wie sie betonte: "Es nutzt nichts, das schönzureden. Die Situation ist dramatisch." Karl fügte aber auch hinzu: "Konkrete Zusperrpläne gibt es keine."

ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer hat für den Herbst wieder Studentenaktionen angekündigt. Ob es wieder wie schon im Vorjahr eine monatelange Besetzung vom Audimax an der Wiener Hauptuni geben wird, wollte sie nicht verraten. Nur soviel in Richtung Ministerin: "Sie können sich warm anziehen."

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