FPÖ-Strache: Fernwärme wegen "gewerbsmäßigem Betrug" angezeigt

Mehrere Millionen Euro Schaden durch falsche Abrechnungen

Wien (OTS) - "Die Fernwärme Wien ist wegen des Verdachtes des gewerbsmäßigen Betruges von einem Wohnhausbesitzer bei der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt worden", gab heute FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache in einer Pressekonferenz bekannt. Grund dieser Anzeige sei die nachweisliche und bestätigte Mehrverrechnung von fast der doppelten Anschluss-Leistung, die jedem Mieter rund 70 Euro im Jahr an ungerechtfertigten Mehrkosten verursache, so Strache.

Um das betrügerische Fernwärmesystem zu verstehen - es gilt die Unschuldsvermutung - müsse man wissen, dass für die Abrechnung der verbrauchten Energie sind zwei Parameter maßgeblich seien: Die von der Fernwärme überprüfte und festgelegte Anschluss-Leistung und der tatsächliche Energie-Verbrauch. Diese Leistung wird in "Megawatt" festgelegt und besagt, dass für das Haus pro Stunde die festgelegte Leistung zur Verfügung steht. "Wie sich herausstellt, ist es nicht im Interesse der Fernwärme Wien diese Leistung zu reduzieren und sie liegt daher meistens deutlich zu hoch", so Strache, der besonders darauf verwies, dass nach einer thermischen Sanierung einer Wohnhausanlage die Verbrauchswerte dramatisch absinken würden, die verrechnete Anschluss-Leistung jedoch - ungerechtfertigt - gleich hoch bleibe.

Im gegenständlichen Fall - auf dem die Anzeige beruht - sei ein ursprünglich festgesetzter Leistungswert von 1,02 MW auf 0,6 MW reduziert worden, da nachgewiesen werden konnte, dass in den vergangenen 14 Jahren, dieser Wert völlig ausreichend gewesen sei, um die Wohnhausanlage mit Warmwasser und Heizung zu versorgen, zeigte Strache auf. Mit anderen Worten: "Die Fernwärme hat fast das Doppelte zu viel berechnet", so Strache.

Durch diesen falsch berechneten Leistungswert sei bei besagtem Haus alleine, pro Jahr, ein Schaden in der Höhe von rund 23.000,- Euro entstanden. Für die rund 300 Mieter des Hauses bedeute das, dass jeder, pro Jahr, ca. 70 Euro zu viel an die Fernwärme gezahlt habe!, so Strache, der sich zum besseren Verständnis eines Vergleiches bediente:

Wenn jemand mit dem Auto täglich eine Strecke von 50 km fahren muss und die Auflage darin besteht, das in einer Stunde zu tun, dann wird ein VW Käfer ausreichend sein, denn der schafft auch mit seiner geringen Motorisierung locker 50 km/h. Die Fernwärme Wien hingegen empfiehlt unserem Autofahrer jedoch, für die gleiche Aufgabe, einen Porsche, mit dem dann ebenfalls 50 km in einer Stunde zurück zu legen sind. Allerdings hat dieser dann noch den überhöhten Kaufpreis, die höheren Steuern, den höheren Benzinverbrauch, etc. mit zu bezahlen.

Genauso verhalte es sich im Fall besagten Hauses. Es sei anhand der tatsächlichen Verbrauchszahlen des Hauses erkennbar, dass der notwendige Leistungsanschluss nicht 1,02 MW sondern eben nur 0,6 MW betrage. "Da aufgrund des Preises pro MW entscheidend ist, welche Leistung tatsächlich festgelegt ist, bedeutet das, dass ein zu hoch angesetzter Leistungswert zu einem überhöhten Abrechnungspreis führt", so Strache. Dass die Fernwärme Wien den Leistungswert von ursprünglich 1,02 MW auf tatsächlich benötigte 0,6 MW herabgesetzt habe, sei nichts anderes, als das Eingeständnis, dass die Fernwärme Wien über Jahre hinweg bewusst zu viel verrechnet habe, betonte Strache.

Wenn man berücksichtige, dass die Fernwärme Wien alleine bei besagtem Haus durch den falsch herangezogenen Leistungsbedarf jährlich rund 23.000,- Euro zu viel verrechnet habe und dass nicht nur diese, sondern 300.000 andere Wohneinheiten in Wien mit Fernwärme versorgt würden, ergebe sich der Verdacht, dass hier eine unrechtmäßige Bereicherung in der Größenordnung mehrerer Millionen Euro erfolgt sei und noch immer erfolge. Rechne man den Schaden besagten Hauses mit den übrigen versorgten Wohnungen in Wien hoch, so komme man auf einen Gesamt-Schaden von sagenhaften 21 Millionen Euro jährlich. "Zahlen müssen natürlich die Mieter der Häuser, die mit Fernwärme geheizt werden", kritisierte Strache die Machenschaften der Fernwärme Wien.

Daraus ergebe sich auch der dringende Verdacht, dass die Fernwärme Wien in gewerbsmäßig betrügerischer Absicht vorgehe und vorgegangen sei. Daher sei auch der Antrag gestellt worden, die strafrechtliche Relevanz des Falles zu prüfen und ein Strafverfahren einzuleiten, so Strache.

"Ich fordere Bürgermeister Häupl daher dringend auf, noch vor der Heizperiode alle Anschlüsse der Fernwärme Wien unverzüglich überprüfen zu lassen! Es ist eine Sauerei der Sonderklasse, wenn Häupl auf der einen Seite durch seine Fernwärme deutlich überhöhte Heizrechnungen ausstellen lässt und sich dann auf der anderen Seite als Retter der sozial Schwachen aufspielt und großzügig Heizkostenzuschüsse verteilt", so Strache.

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