Aubauer: Neue Rolle für ältere Arbeitnehmer! Tandem-Lösung notwendig!

ÖVP-Seniorensprecherin schlägt Senior-Pools für mehr altersgerechte Arbeitsplätze vor.

Stockholm/Wien (OTS) - "Die Modelle einer kräftigen 'Belohnung für einen späteren Pensionsantritt' sind bei vielen Arbeitnehmern positiv angekommen (siehe das 'Seniorenbund-Belohnungsmodell'). Doch viele fragen: 'Wie soll ein Maurer oder Dachdecker mit einem kaputten Rücken freiwillig länger arbeiten?' Ganz einfach: Indem Sie durch 'Senior-Pools' beim AMS in ihrer Region an alternsgerechte Arbeitsplätze vermittelt werden" erklärt Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP-Seniorensprecherin im Nationalrat.

Aubauer, die sich mit der Frage des längeren Arbeitens schon seit Jahresbeginn intensiv auseinandersetzt, hatte dazu im Zuge der "Europäischen Sommerakademie für Senioren-Fürhungskräfte" mit dem schwedischen Vizepräsidenten der Europäischen Seniorenunion (ESU), Leif Hallberg, intensive Arbeitsgespräche geführt und befindet sich derzeit auf Studienreise in Schweden. Von dort aus meldet sie sich auch mit dem Vorschlag zur Errichtung der 'Senior-Pools', einem Modell, das in Schweden schon sehr erfolgreich funktioniert:

"Wir fordern die Einrichtung von 'Senior-Pools' beim AMS. Rechtzeitig vor Erreichen des 50. Lebensjahres könnten sich Arbeitnehmer für einen "Rollenwechsel" in der Region vormerken lassen und dann auf Arbeitsplätze vermittelt werden, die ihrer körperlichen und gesundheitlichen Verfassung entgegenkommen"

"Für mehr Beschäftigung älterer Arbeitnehmer brauchen wir eine Tandem-Lösung, wir brauchen eine Belohnung für einen späteren Pensionsantritt UND altersgerechte Arbeitsplätze", erklärt Aubauer, die weiter ausführt: "Nur wenn wir Arbeitswilligen auch die Chance geben, entsprechend ihrer körperlichen und gesundheitlichen Möglichkeiten beschäftigt zu sein, werden sie freiwillig länger in einem Job tätig bleiben. Dazu brauchen wir die 'Senior-Pools', wo ältere Arbeitnehmer die Chance bekommen, in einer neuen Rolle weiterzuarbeiten. Sie sollten eine andere Aufgabe übernehmen können, in der sie ihre Kompetenz und Erfahrung einbringen können", so Aubauer weiter.

Und Aubauer nennt auch ein konkretes Beispiel: "Ein Bauarbeiter könnte rechtzeitig vor dem 50. Geburtstag bei guter Gesundheit vom Bau in einen Baumarkt wechseln. Das wäre eine Win-Win Situation: Der Arbeitnehmer erwirtschaftet sich eine höhere Pension. Der Baumarkt profitiert vom Wissen des älteren Beraters." Mit diesem Beispiel bezieht sich Aubauer im Übrigen auf ein System, das es in Schweden bereits gibt und welches dort sehr gute Ergebnisse erzielt.

"Wie aber kann das in der österreichischen Praxis ausschauen?", stellt Aubauer die berechtigte Nachfrage.

"In Großbetrieben wäre der Rollenwechsel sicher einfacher. Hier könnten Ältere von körperlich anstrengender Arbeit in Beratungsaufgaben wechseln", erklärt die ÖVP-Seniorensprecherin.

Da in Österreich aber Klein- und Mittelbetriebe überwiegen, gestalte sich der Wechsel innerhalb einer Firma in eine andere Tätigkeit meist schwierig. Häufig müsse in diesen Fällen auch der Betrieb gewechselt werden. "Genau da sollen die 'Senior-Pools' zur entscheidenden Drehscheibe werden. Flankierende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für all jene, die sich in diesen Pools anmelden, müssen dabei selbstverständlich sein", hält Aubauer fest.

In der "Denkwerkstatt des Österreichischen Seniorenbundes" werde derzeit an diesen Modellen gearbeitet.

"Mit einer Erwerbsquote von 41,1% in der Altersgruppe der 55-64-Jährigen liegt Österreich im EU-Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt von 46% und nur auf Platz 18. Zum Spitzenreiter -Schweden mit 70% - fehlen Welten. Lernen wir doch von den Schweden und führen wir eine Belohnung für einen späteren Pensionsantritt UND die 'Senior-Pools' beim AMS für mehr altersgerechte Arbeitsplätze ein" appelliert Aubauer abschließend an die politisch Verantwortlichen.

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler
0650-581-78-82, skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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