Van der Bellen zu Uni-Budget: Karl hätte im Ministerrat gegen Kürzungen stimmen müssen

Grünewald: Man kann nicht jedes Politikversagen mit Studiengebühren kompensieren wollen

Wien (OTS) - "Wenn Wissenschaftsministerin Karl plötzlich völlig ungeniert zugibt, dass die künftigen Budgets für Universitäten, Fachhochschulen und Forschung dazu führen könnten, dass Universitäten zusammengelegt und drei Viertel der Professoren entlassen werden müssten, dann ist Feuer am Dach", so Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen. "Ja, Karl hat Recht: es braucht mehr Geld für die Universitäten. Warum allerdings hat Wissenschaftsministerin Karl dann im Ministerrat ohne hörbares Murren den massiven Kürzungen des Uni-Budgets zugestimmt? Wenn die Lage für die Unis so bedrohlich ist, wie Karl nun sagt, dann hätte ich mir erwartet, dass sie aufschreit und im Ministerrat dagegenstimmt. Warum hat sie geschwiegen?", ergänzt Alexander Van der Bellen, Abgeordneter der Grünen.

Gemessen am BIP sinkt der Anteil für Bildungsausgaben kontinuierlich, obwohl alle maßgeblichen Experten eine höhere Dotierung fordern. "Trotz Sparnotwendigkeiten müsste aber in Bildung investiert werden. In Deutschland etwa wurden trotz des Sparprogramms die Ausgaben für Bildung erhöht. Das müssen sich Faymann, Pröll und Karl zum Vorbild nehmen", so Van der Bellen.

"Politisch und arithmetisch kraus" ist Karls vorgeschlagener Lösungsversuch. Studiengebühren mit ausreichender sozialer Absicherung können nach Adam Riese nie die Gehälter von drei Viertel der Professorinnen und die Zusammenlegung und Schließung ganzer Einrichtungen kompensieren. "Wenn Karl ernsthaft glaubt, dass Universitäten nur mehr durch die Beiträge von Studierenden zu retten sind und die Qualität der Lehre nur durch massive Reduktion der Studierenden sicher gestellt werden kann, so muss das als Bankrotterklärung gesehen werden, die einen Rücktritt nahelegt. Man kann nicht jedes Politikversagen durch Studiengebühren kompensieren wollen", so Grünewald, der sich gegen Studiengebühren ausspricht.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001