Strom aus der Sonne: Energie AG läutet mit SolarCampus neue Photovoltaik-Ära ein

Die Energie AG Oberösterreich eröffnet am 18. September das größte Sonnenkraftwerk Österreichs, das zugleich auch die größte Photovoltaik-Forschungsstätte Österreichs ist.

Linz (OTS) - Österreichs größtes Sonnenkraftwerk, der "SolarCampus der Energie AG", liefert seit 21. Mai umweltfreundlichen Strom aus der Sonne. In den ersten drei Betriebsmonaten liegt die Erzeugung deutlich über den Erwartungen und deutlich über Plan:

* Es wurden 449.025 Kilowattstunden Strom erzeugt, was in etwa 45 Prozent der erwarteten Jahreserzeugung entspricht.

* Im Juni lag die Erzeugung noch 5 Prozent unter dem Vorgabewert, im Juli und August aber mit 17 bzw. 4 Prozent doch deutlich über den vorhergesagten Mittelwerten.

Binnen weniger Wochen wurde das Sonnenkraftwerk, das mit 1 Megawatt Leistung die bedeutendste Anlage dieser Art in Österreich ist, errichtet und in Betrieb genommen. Insgesamt sind fast 8.000 Quadratmeter Paneelfläche installiert, was in etwa der Größte von zwei Fußballfeldern entspricht. "Das Sonnenkraftwerk in Eberstalzell ist ein Musterbeispiel für die Nutzung der erneuerbaren Energien in Österreich", sagt Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner.

SolarCampus: Das Kraftwerk für die aktive Anwendungsforschung

Die Gesamtfläche des Sonnenkraftwerkes teilt sich in fix aufgeständerte Paneele, das Versuchsfeld und die beweglich montierten Solarzellen auf. Auf den starren Halterungen kommen insgesamt fünf verschiedene mono- und polykristalline Paneeltypen zum Einsatz, um hier die Unterschiede in der Erzeugungsleistung sichtbar zu machen. Im Versuchsfeld wurden vor allem neuartige Dünnschicht-Paneele montiert - mit der Verwendung dieser Zukunftstechnologie soll ein direkter Vergleich der Wirkungsgrade unter vergleichbaren Gegebenheiten möglich werden.

Energie AG ist Innovationstreiber bei Photovoltaik-Projekten

Ebenfalls ideal für die Anwendungsforschung eigenen sich die insgesamt sechs beweglichen Ständereinheiten - sogenannte "mover" und "tracker". Diese richten sich automatisch immer im idealen Winkel zur Sonne aus, um so eine maximale Sonnenausbeute zu erreichen. Alle Einheiten unterscheiden sich zudem in der Steuerung und Positionierung: Einige können horizontal und vertikal zur Sonne ausgerichtet werden, andere nur horizontal. Bei den einachsig nachgeführten Solarzellen liegt das Erzeugungsplus nach ersten Erfahrungen bei rund 25 Prozent. Die zweiachsige Ausrichtung der Solarpaneele zur Sonne bringt laut Windtner aber den größten Vorteil:
"Unsere Sonnenstrom-Experten rechnen mit einem Erzeugungs-Plus von bis zu 40 Prozent!"

Die deutlich höheren Erzeugungsmengen sind ein klares Argument für den Einsatz dieser Systeme. Für die Gesamtrentabilität des Systems müssen aber auch andere Faktoren wie der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand berücksichtigt werden. Der wesentlichste Kostenfaktor ist aber jener des Preises für die Solarzellen selbst -aufwändige Steuerungssysteme werden bei einem weiteren Sinken der Preise unrentabel.

Durch die Größe der Anlage wird das Sonnenkraftwerk auch zur idealen Versuchs- und Forschungsanlage für die Photovoltaik. Die eingesetzten verschiedene Paneeltechniken und Wechselrichterkonzepte können ohne Verminderung der Stromerzeugung parallel betrieben werden, neue Lösungsansätze werden im Betrieb des Kraftwerkes auf deren Praxistauglichkeit hin überprüft. Aufschlüsse erwarten sich die Sonnenstrom-Experten der Energie AG zudem über die Einflüsse von Witterung, Komponentenalterung, Lebensdauer und Leistungsänderung durch die natürliche Verschmutzung der Solarzellen.

Eberstalzell ist der Höhepunkt des Solarengagements der Energie AG

Die Energie AG hat bereits in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Meilensteine bei der Nutzung alternativer Energien gesetzt. Seit den 1980er-Jahren wurden mehrere Photovoltaik-Forschungsprojekte realisiert. Das Sonnenkraftwerk am Loser im Ausseer-Land ist eine der größten Photovoltaik-Anlagen in den Alpen und ging 1988 in Betrieb. Seit damals hat sich der Wirkungsgrad der Solarzellen durch Materialalterung um etwa 9 Prozent verringert. Anfang der 1990er Jahre setzte die Energie AG mit der Errichtung einer großflächigen Photovoltaik-Versuchsanlage entlang der A1 bei Seewalchen ein Zeichen.

Am 2008 eröffneten PowerTower, der Konzernzentrale der Energie AG, ist das österreichweit größte fassadenintegrierte Sonnenkraftwerk eingebaut. Auch hier konnte die Energie AG einen Meilenstein bei der Photovoltaiknutzung setzen. Die Jahresstromerzeugung von mehr als 42.000 Kilowattstunden wird direkt im PowerTower für den Betrieb der Haustechnikanlagen eingesetzt.

Strom aus der Sonne: Klare Standortvorteile im Süden Europas

Wesentlichster Faktor für die wirtschaftliche Nutzung der Stromerzeugung aus der Sonne sind ausreichend viele Sonnenstunden. Realistisch muss hier festgestellt werden, dass Österreich hier gegenüber den Sonnenländern Europas (vornehmlich die Mittelmeerländer Spanien und Italien) deutlich benachteiligt ist, wie eine Studie der EU zeigt.

Daten und Fakten

  • Kraftwerkstyp: Photovoltaik
  • Elektrische Leistung: max. 1.050 kWp
  • Stromlieferung: bis zu 1.000 MWh/a
  • Inbetriebnahme: 2010
  • Standort: Eberstalzell (direkt neben A1)
  • Technische Einrichtung: Photovoltaikanlage mit Netzkopplung
  • Solarmodule Montageart: fixe Gestelle sowie sechs der Sonne nachgeführte Systeme

Baubeginn: Jänner 2010
Erste Stromerzeugung: 21. Mai 2010
Inbetriebnahme und Eröffnung: 18. September 2010

Projektierung, Planung und Umsetzung des Kraftwerksprojektes wurde zum Großteil von Konzerngesellschaften der Energie AG Oberösterreich durchgeführt.

Kostenloses Bildmaterial können Sie vom Medienserver der Energie AG nach ihren Bedürfnissen herunterladen
(honorarfrei, "Foto: Energie AG").
http://medienarchiv.energieag.at
PIN name: solarcampus_2010
PIN code: *keine Eingabe notwendig*

Rückfragen & Kontakt:

Rückfrage
Michael Frostel MSc
T 0732/9000-3993
M 0664/60165-3993
E michael.frostel@energieag.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ENO0001