1. Halbjahr 2010: Handlungsbedarf bei Schutzwegunfällen

Unfallbilanz für das erste Halbjahr 2010 positiv. Problemfeld bleiben Fußgängerunfälle am Schutzweg. Rückgänge bei Alkohol- und Mopedunfällen zu verzeichnen.

Wien (OTS) - 15.712 Verkehrsunfälle passierten in den Monaten Jänner bis Juni 2010 auf Österreichs Straßen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 ist das ein Rückgang um acht Prozent. Auch bei der Zahl der Getöteten (Jänner bis Juni 2010: 247, Jänner bis Juni 2009: 287) und Verletzten (Jänner bis Juni 2010: 20.352, Jänner bis Juni 2009:
22.191) konnten Rückgänge verzeichnet werden. "Insgesamt fällt die Halbjahresbilanz für das Jahr 2010 sehr positiv aus. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Österreich ist seit Beginn der Aufzeichnungen so niedrig wie noch nie. Dennoch gibt es nach wie vor Problembereiche -wie etwa Schutzwege - , bei denen entsprechende Maßnahmen gesetzt werden müssen", sagt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). In der Halbjahresbilanz zeigen sich bereits Entwicklungen, für die Lösungsansätze angedacht werden sollten.

Keine Entwarnung am Schutzweg
Während Unfälle mit Fußgängern insgesamt erfreulicherweise nach und nach zurückgehen, sind Fußgängerunfälle am Zebrastreifen weiterhin ein Problemfeld, bei dem sich in den vergangenen Jahren kaum Bewegung in den Unfallzahlen zeigt: Im Zeitraum Jänner bis Juni 2010 wurden 522 Fußgänger bei Unfällen am Schutzweg verletzt (Jänner bis Juni 2009: 554), zehn Menschen verunglückten tödlich (Jänner bis Juni 2009: 6). Ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer oder Kinder sind darauf angewiesen, dass Kfz-Lenker am Schutzweg auch anhalten. KfV-Erhebungen zeigen aber: Die Anhaltebereitschaft vor Schutzwegen ist gering. "Wir schlagen deshalb an gefährlichen und exponierten Stellen, wie etwa vor Schulen, die Videoüberwachung von Schutzwegen - vorerst als Pilotprojekt - vor. Bestehende Schutzwege sollten außerdem auf ihre Sinnhaftigkeit und Konformität mit Sicherheitsvorschriften überprüft werden, denn nur sinnvoll angelegte Zebrastreifen können von Kfz-Lenkern rechtzeitig erkannt werden und Fußgängern wirklich Schutz bieten. Es braucht zielgerichtete Maßnahmen, um das Unfallgeschehen am Schutzweg zu reduzieren", betont Thann.
Insgesamt ereigneten sich im ersten Halbjahr 2010 1.840 Unfälle mit Fußgängern (Jänner bis Juni 2009: 1.937), bei denen 1.805 Menschen verletzt wurden (Jänner bis Juni 2009: 1.885). 41 Fußgänger verunglückten im Zeitraum Jänner bis Juni 2010 tödlich (Jänner bis Juni 2009: 43).

Erfolgreiche Maßnahmen bei Alkoholunfällen und Moped-15
Dass es sich lohnt, Maßnahmen zu setzen, zeigen jedenfalls die Rückgänge bei Alkoholunfällen und bei Unfällen 15-jähriger Mopedlenker: In den Monaten Jänner bis Juni 2010 kam es in Österreich zu 1.016 Alkoholunfällen, im Vergleichszeitraum 2009 waren es hingegen noch 1.111 Unfälle, bei denen Alkohol eine Rolle spielte -das ist ein Rückgang um neun Prozent. Bei den durch Alkoholunfälle Verletzten konnte im Zeitraum Jänner bis Juni 2010 im Vergleich zum selben Zeitraum 2009 sogar ein Rückgang um zwölf Prozent verzeichnet werden. "Die Unfallzahlen belegen, dass das vom Parlament im Vorjahr beschlossene Maßnahmenpaket wirkt. Derartige Maßnahmenbündel tragen maßgeblich dazu bei, das Unfallgeschehen in Österreich zu reduzieren", zeigt sich Thann erfreut.
Ähnliche Effekte werden auch bei der verbesserten Moped-15-Ausbildung sichtbar, die seit September 2009 in Kraft ist: Im ersten Halbjahr 2010 ereigneten sich 579 Unfälle mit 15-jährigen Mopedlenkern. Im selben Zeitraum 2009 waren es noch 654 Unfälle - das ist ein Rückgang um elf Prozent. "Die verbesserte Mopedausbildung sieht deutlich mehr Praxisstunden für 15-jährige Fahranfänger vor und trägt dadurch maßgeblich dazu bei, die Beherrschung des Fahrzeugs zu verbessern. Die Erfolge zeigen, dass die gesetzten Schritte in die richtige Richtung gehen. Diesen positiven Schwung gilt es nun auch in andere Bereiche zu tragen", schließt Thann.

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