Diabetes im Vormarsch: Sozialversicherung setzt auf verbesserte Betreuung der PatientenInnen durch das Programm "Therapie aktiv"

Wien (OTS) - Der Anstieg von Diabeteserkrankungen stellt eine
große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Um der zunehmenden Krankheitslast entgegen zu wirken, braucht es einerseits eine ausgeweitete Gesundheitsförderung und Prävention, und andererseits eine verbesserte Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich.

Richtig Vorsorgen

Zur Abschätzung des individuellen Diabetesrisikos besteht im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung für jede/n Österreicher/in ab dem vollendeten 18. Lebensjahr einmal jährlich die Möglichkeit, die persönlichen Risikofaktoren zu überprüfen und eine Blutzuckerbestim-mung durchführen zu lassen. Wenn der Wert im Normalbereich liegt, ist eine Wiederholung der Untersuchung im Abstand von zwei bis drei Jahren ausreichend.

Verbesserte Betreuung durch das Programm Therapie aktiv

Für einen günstigen Krankheitsverlauf bei Diabetes mellitus Typ 2 PatientInnen ist eine umfassende und regelmäßige Betreuung entscheidend. Als Antwort auf die Herausforderungen wurde von der österreichischen Sozialversicherung in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der österreichischen Diabetesgesellschaft, der österreichischen Ärztekammer sowie anderer an der Diabetesbetreuung beteiligter Fachgesellschaften, das Disease Management Programm (DMP) "Therapie Aktiv" entwickelt.
Für Betroffene bietet "Therapie Aktiv" intensive Betreuung durch den Hausarzt/die Hausärztin in Form regelmäßiger Kontrollen und damit der Möglichkeit der zeitgerechten Planung und Durchführung erforderlicher Untersuchungen. Behandlungsanpassungen können so rechtzeitig vorgenommen, Nebenwirkungen und Stoffwechselentgleisungen vermieden werden. "Therapie Aktiv"-PatientInnen werden im täglichen Umgang mit ihrer Krankheit geschult und befähigt, sich aktiv in die Betreuung einzubringen. Die Lebensqualität von DiabetikerInnen steigt so spürbar. Langfristig sollen durch "Therapie Aktiv" Spätschäden verhindert werden, um ein längeres Leben in Wohlbefinden zu ermöglichen.
Internationale Erkenntnisse belegen die Wichtigkeit und den Nutzen strukturierter Betreuungsprogramme. Vergleichbare Programme werden in sämtlichen modernen Gesundheitssystemen betrieben. Bei "Therapie Aktiv" handelt es sich um ein aktivierendes Programm für Diabetikerlnnen, bei dem die Betroffenen zu Beteiligten werden. Derzeit nehmen rund 20.000 DiabetikerInnen österreichweit an "Therapie Aktiv" teil. Erste Auswertungen zeigen, dass Verbesserungen für die PatientInnen bereits innerhalb kurzer Zeit erreicht werden. Zusätzlich belegt eine PatientInnenbefragung, dass sich Therapie Aktiv-PatientInnen wesentlich besser betreut fühlen. Im Zuge der Qualitätsentwicklungsvereinbarung im Kassenkonsolidierungspaket haben Sozialversicherung und die österreichische Ärztekammer vereinbart, beim Auf- und Ausbau von Disease Management Programmen, inklusive "Therapie Aktiv", zusammenzuarbeiten.

Derzeit kein belegter Nutzen von Selbstmessungen

Drei aktuelle, unabhängig voneinander durchgeführte systematische Analysen der verfügbaren Literatur durch international anerkannte Institute in Deutschland, Kanada und Großbritannien können leider keinen Nutzen einer Blutzuckerselbstmessung für PatientInnen mit Diabetes mellitus Typ 2, die nicht mit Insulin behandelt werden, nachweisen. Breit angelegte epidemiologische Studien zeigen keinen Zusammenhang zwischen einer langfristigen Blutzucker- oder Urinzuckerselbstmessung und der Morbidität oder Mortalität. Der Forderung der österreichischen Diabetesgesellschaft nach einer Blutzucker- sowie Urinzuckerselbstmessung für alle DiabetikerInnen kann daher von Seiten der Sozialversicherung nicht unterstützt werden.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten bzw. einer Patientin und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

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