Seniorenbund: 55jährige Erfolgsgeschichte des ASVG

Pensionen sind und bleiben sicher! Augen vor nötigen Reformen nicht verschließen! Systeme jetzt zukunftsfit machen!

Wien (OTS) - Anlässlich des 55jährigen Bestehens der Allgemeinen Sozialversicherung meldet sich heute der Österreichische Seniorenbund zu Wort. Im Folgenden die Stellungnahmen von Andreas Khol, Ingrid Korosec, Gertrude Aubauer und Marilies Flemming:

Khol: "ASVG-Pensionen sind und bleiben sicher. Reformbedarf bei Angeleichung aller Systeme an ASVG-Regeln"

"Unser System der sozialen Sicherheit, das anfangs durchaus kritisch beäugt wurde, hat sich längst zur Selbstverständlichkeit entwickelt. Und das System funktioniert auch 55 Jahre nach dessen Gründung hervorragend - auch wenn so manche Lobby uns gerne mit großem (und teurem) Medieneinsatz das Gegenteil einreden möchte. So können wir gerade aus Sicht der Senioren heute feststellen: Unsere Pensionen sind sicher und finanzierbar - und daran wird sich, wie Experten wiederholt bestätigen - Jahrzehntelang nichts ändern", erklärt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes.

"Dennoch sind wir Senioren schon immer für sinnvolle Reformen zur Erhaltung unserer sozialen Systeme eingetreten. Im Bereich der Pensionen bedeutet dies unter anderem eine rasche finanzierbare Neugestaltung der so genannten "Hackler"-Pensionen. Und es bedeutet vor allem eine Angeleichung aller Pensions-Systeme an die ASVG-Regeln - Schluss mit den Privilegien-Hochburgen. ASVG für alle, so zu sagen", so Khol zur Reform-Bereitschaft der älteren Generationen.

Korosec: "Pensions-Reform bei Wiener Landesbeamten endlich durchführen! Schlüsseljahr bei Gesundheit & Pflege"

Auch LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes sieht dringenden Reform-Bedarf:

"Wofür ich kein Verständnis habe, ist, dass Wiens Bürgermeister Häupl die staatsvertraglich (!) zugesagte Pensions-Reform bei seinen Landesbeamten noch immer nicht durchführt. Da werden jährlich viele Millionen aus den Steuertöpfen versenkt und ausgerechnet die ASVG-Pensionisten in ganz Österreich müssen sich dann anhören, dass die Systeme angeblich nicht finanzierbar sein. Damit muss endlich Schluss sein!"

Außerdem sieht Korosec vor allem die Bereiche Gesundheit & Pflege als Schlüssel-Themen für die Zukunft der ASVG-Systeme:

"2010 ist es endlich an der Zeit den jahrzehntelangen wortreichen Versprechungen auch Taten folgen zu lassen! Wir brauchen dringend eine Gesundheitsreform, die diesen Namen auch verdient! Aktivitäten des zuständigen Gesundheitsministers kann man dazu leider nicht feststellen!"

"Und bei Pflege und Betreuung muss uns klar sein, dass diese Bereiche am Ende des Tages zum gleichwertigen Teil der sozialen Sicherheit werden müssen. Hilfe aus einer Hand, für alle die Hilfe brauchen. Ohne Rücksicht auf Wohnort, Familienstand oder Vermögen -so lautet das Seniorenbund-Ziel. Dringend auszubauen sind dabei auch alle Maßnahmen für mehr und bessere Gesundheitsvorsorge - Prävention statt Pflegebett so zu sagen", erklärt Korosec weiter.

Aubauer: "Nur wer die Herausforderungen der Zukunft erkennt kann die sozialen Systeme auch für die nächsten 55 Jahre garantieren"

Auch Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes beschäftigt sich mit der Zukunft der sozialen Systeme:

"Unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch: Familienstrukturen ändern sich seit Jahren grundlegend. Und auch die Arbeitsmärkte befinden sich im Wandel - von der Industrie-Gesellschaft haben wir uns längst auf den Weg zu einer Dienstleistungs-Gesellschaft gemacht. Jetzt gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen, richtige Antworten auf die Fragen der Zeit zu geben und so unser ASVG-System zukunftsfit zu machen!"

Aubauer ist im Seniorenbund seit Monaten Ansprechpartnerin unzähliger Menschen, die gerne zumindest bis zum Pensions-Antrittsalter in ihren Jobs bleiben möchten und hatte dazu schon im Februar das Seniorenbund-Belohnungsmodell vorgestellt.

"Wir müssen der wachsenden Zahl älterer Menschen die verbindliche Chance geben, so lange zu arbeiten, wie sie es gerne möchten, müssen den aktiven Beitrag der älteren zu unserer Gesellschaft tatkräftig unterstützen. Dabei wird es auch um ein neues Verständnis der Arbeit an sich geben müssen. Wir brauchen alternsgerechte Arbeitsplätze, brauchen bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und brauchen Maßnahmen für lebensbegleitendes Lernen - nur so können wir unser ASVG-System für die Zukunft sichern", so Aubauer weiter.

Flemming: "Unser ASVG-System ist auch im europäischen Vergleich ein echtes Erfolgskonzept!"

Dr. Marilies Flemming, Vizepräsidentin der Europäischen Seniorenunion und Europabeauftragte des Österreichischen Seniorenbundes, ist auch im europäischen Vergleich auf das österreichische ASVG-System stolz:

"Schlagzeilen, die vom besten Gesundheitssystem Europas berichten. Europäische Studien, die die Finanzierbarkeit der österreichischen Pensionen bis über das Jahr 2060 hinaus garantiert sehen. All das kann uns auch im europäischen Vergleich stolz auf unserer sozialen Systeme machen!"

"Und die Sicherheit unserer sozialen Systeme bleibt auch weiterhin in der alleinigen Entscheidung der österreichischen Gesetzgeber. Denn der Lissabon-Vertrag garantiert die alleinige nationale Zuständigkeit für diese Gesetzes-Materie", betont Flemming, die davon überzeugt ist: "Unser ASVG-System ist eine großartige Erfolgsgeschichte. Wir sind vielen in Europa damit ein Vorbild. Und wir werden weiterhin darauf achten, dass dies auch so bleibt", so Flemming abschließend.

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler,
Tel.: 0650-581-78-82,
skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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