Köstinger: Europaparlament steht klar auf Seiten der bäuerlichen Familienbetriebe

Klare Zahlungsziele gefordert - Bauern sind nicht die Billigbanken des Handels

Straßburg, 07. September 2010 (OTS) "Wenn der Anteil, den die Landwirte für ihre Produkte bekommen, seit Jahren konstant sinkt, während die Gewinnspannen der nachgelagerten Industrie und Handel konstant steigen, dann läuft in der Lebensmittelversorgungskette etwas schief. Die bäuerlichen Familienbetriebe sind mit existenziellen Problemen konfrontiert. Das Betriebseinkommen ist teilweise bis zu 28 Prozent, der Verbrauch gleichzeitig um mindestens zehn Prozent zurückgegangen. Die Produktionskosten haben den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. In manchen Ländern haben die Landwirte Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme", warnt ÖVP-Europaparlamentarierin Elisabeth Köstinger. "Es darf nicht sein, dass Landwirte benachteiligt werden, weil einzelne Akteure am Ende der Lebensmittelkette ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen. Dem Landwirt werden Preise 'angeboten', die unter den Produktionskosten liegen. Das Europaparlament stellt sich mit drei Kernforderungen jetzt klar auf die Seite der Bauern: Mehr Transparenz in der Preisgestaltung, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Betriebe und eine deutliche Aufwertung ihrer Verhandlungsposition", so Köstinger, die für die EVP-Fraktion diesen Initiativbericht federführend ausverhandelt hat. ****

Die bäuerlichen Vertreter im Europaparlament kritisieren die angewandten Praktiken scharf: "Hohe 'Hochzeitsgebühren' für die Listung eines Produktes, eine undurchsichtige Preisgestaltung und Benachteiligungen bei Preisverhandlungen gehen immer zu Lasten der bäuerlichen Produzenten. Die größten Gewinnmargen befinden sich in der verarbeitenden Industrie und im Handel", so Köstinger. "Liquiditätsprobleme dürfen nicht auf die bäuerlichen Produzenten abgeschoben werden, weil die nachgelagerten Akteure ihrer Zahlung monatelang nicht nachkommen. Bäuerliche Familienbetriebe sind nicht die Billigbanken des Handels. Das Europaparlament erhebt daher als zentrale Forderung eine Vorgabe von klaren Zahlungszielen von dreißig Tagen."

Köstinger sieht den heute in Strassburg verabschiedeten Bericht als politisches Signal an die bäuerlichen Familienbetriebe vor nun beginnenden Verhandlungen zur Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2013. "Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Parlament werden wir bei den Verhandlungen für eine Absicherung der flächendeckenden Landwirtschaft in Europa kämpfen. Multifunktionalität und Versorgungssicherheit in Europa dürfen keine Lippenbekenntnisse sein." Damit erteilt Köstinger den jüngsten Vorstellungen von EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski, das EU-Agrarhaushalt deutlich zu senken, eine klare Absage.

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