Analphabetismus: 60.000 sind in Niederösterreich betroffen

AKNÖ fordert weiteren Ausbau der Erwachsenenbildung

Wien (OTS) - Laut Schätzung der UNESCO sind in Österreich bis zu 300.000 Menschen Analphabeten, rund 60.000 davon leben in Niederösterreich. Die AKNÖ begrüßt anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September das wachsende Angebot an Fördermaßnahmen, mahnt aber gleichzeitig den weiteren Ausbau ein. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder: "Nach wie vor gibt es regionale Lücken, die im Sinne eines flächendeckenden Kampfes gegen den Analphabetismus zu schließen sind."

Analphabeten sind in vielen Bereichen ihres Lebens eingeschränkt. "Beipackzettel lesen, Fahrpläne studieren, Bankgeschäfte abwickeln und Gebrauchsanleitungen verstehen, sind im Alltag oft schon Herausforderungen, für Personen mit Lese-, Schreib-und Rechendefiziten werden sie zur echten Falle", erklärt AKNÖ-Bildungsexperte Mag. Markus Riedmayer. Auch im Berufsleben stoßen Personen mit Lese-, Schreib- und Rechendefiziten auf zahlreiche Hürden. So ist der Erwerb des Führerscheins fast undenkbar, Betriebsanleitungen oder Warnhinweise können nicht gelesen werden, wodurch die Sicherheit am Arbeitsplatz und somit die Gesundheit gefährdet sind "Das sind Faktoren, die bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu einem großen Problem werden, ebenso was den Erhalt eines solchen betrifft."

Positive Entwicklung

Diverse Bildungsanbieter haben den Ernst der Lage offensichtlich erkannt. So forcieren Institutionen wie der Verband Niederösterreichischer Volkshochschulen oder das Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich entsprechende Kurse. Auch die niederösterreichische Arbeiterkammer unterstützt mit dem Bildungsbonus den Besuch von Basisbildungskursen.

Haneder: "Kostenlose und flächendeckende Hilfe"

Es ist besonders wichtig, zielgruppenorientierte Angebote kostenlos und flächendeckend anzubieten, damit sie auch von Menschen aus sozial benachteiligten Schichten in Anspruch genommen werden können", erinnert AKNÖ-Präsident an die gesellschaftspolitische Bedeutung der Alphabetisierung. Dass in Zukunft gebührenfreie Kurse im Bereich der Basisbildung österreichweit angeboten werden sollen, bezeichnet AKNÖ-Präsident Hermann Haneder als richtigen und wichtigen Schritt und hofft, dass die Initiative von Unterrichtsministerin Schmied ein Erfolg wird.

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Mag. Markus Riedmayer: 01 58883 1975

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