Spitalsaufenthalte werden immer kürzer

Mayer: Hohe Arbeitsintensität - organisatorische und personelle Maßnahmen nötig - Zahl der Entlassungen kratzt an Drei-Millionen-Marke - Aufenthaltsdauer rückläufig

Wien (OTS) - Im Jahr 2008 wurden knapp 2,8 Millionen Spitalsentlassungen verzeichnet. Im Zehn-Jahres-Vergleich bedeutet das ein Plus von 52,3%. "Damit zeichnet sich ein klarer langjähriger Trend ab", sagte dazu der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Dienstag in einer Aussendung. Rein statistisch betrachtet würde jährlich ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher im Spital landen, dabei sinke aber die Aufenthaltsdauer: Verbrachten die Patientinnen und Patienten im Jahr 1989 noch elf Tage und im Jahr 1998 noch 7,7 Tage im Spital, so waren es im Jahr 2008 nur noch 6,8 Tage. Interessant: Im gleichen Zeitraum sind auch die so genannten Null-Tages-Aufenthalte mehr geworden. Das sind jene Fälle, in denen die Patientinnen und Patienten am Tag der Aufnahme noch vor Mitternacht entlassen wurden. Diese Zahl hat sich seit 1998 mehr als verdoppelt und ist von 214.762 Fällen auf 454.939 Fälle angewachsen.

"Die Menschen kommen öfter ins Spital, werden aber rascher wieder entlassen", schlussfolgert Mayer. Gründe dafür gebe es mehrere: Die Menschen würden immer älter, gleichzeitig mache die Medizin nach wie vor gewaltige Fortschritte, und auch das Angebot an medizinischen Leistungen habe sich stark verbessert. Für das Personal bedeute die aktuelle Entwicklung jedoch eine enorme Belastung, denn auch die Leistungsdichte sei rapide gestiegen.

Diese markante Steigerung der Leistungsdichte bedeute für das ärztliche Personal eine erhebliche Mehrbelastung: "Die hohe Arbeitsintensität muss organisatorische und strukturelle Maßnahmen nach sich ziehen, um die psychische und physische Beanspruchung der Medizinerinnen und Mediziner in erträglichen Grenzen zu halten", betonte der Chef der Spitalsärzte. Nacht- und Wochenenddienste sollten beispielsweise nach Alter gestaffelt und begrenzt werden. Auch eine Aufstockung des Personals sei wünschenswert, sagte Mayer.

Abschließend wies der Bundeskurienobmann darauf hin, dass Österreichs Spitalsbetten im Jahr 2008 durchschnittlich 296 Tage lang belegt waren. "Das entspricht einer Auslastung von 81%. Da bleibt kein allzu großer Spielraum mehr, was die Einsparung von Akutbetten angeht." (sl)

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