ÖBB dementieren Personalabbau bei Zugbegleiter

Standard-Bericht nicht nachvollziehbar. Hinkünftig mehr Zeit für Service- und Kontrollaufgaben.

Wien (OTS) - Der Standard berichtet in seiner morgigen Ausgabe davon, dass die ÖBB beabsichtigen im Nahverkehr "bis zu 300 Schaffner-Jobs zu kappen". Die ÖBB weisen diese Behauptung entschieden zurück. Wahr ist viel mehr, dass hinkünftig die Zugbegleiter sogar mehr Zeit für die Bahnkunden aufwenden können, als bisher. Die Zugbegleiter sind integraler Bestandteil des Unternehmensauftritts im Kontakt mit den Kunden. Es ist zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion gestanden Zugbegleiter-Jobs zu kappen. Ausgenommen davon sind lediglich natürliche Abgänge, die sich aber im Rahmen von 30-50 MitarbeiterInnen pro Jahr bewegen.

Technischer Fortschritt schafft mehr Flexibilität

Warum kann ein Zug auch ohne Zugbegleiter fahren? Weil technischer Fortschritt bei Fahrzeugen und Infrastruktur es möglich machen, dass auf immer mehr Strecken der Triebfahrzeugführer alleine einen Zug führen kann. Bislang war in vielen Zügen ein Zugbegleiter aus betrieblichen Gründen notwendig. Er signalisierte dem Triebfahrzeugführer, dass alle Einstiegsbereiche (Türen) frei sind, und fertigte den Zug ab. Aufgrund von (u.a.) Außenkameras am Fahrzeug bzw. am Bahnsteig mit Überwachungsmonitor ist es nun für den Tfz-Führer unter Beibehaltung des gleichen hohen Sicherheitsniveaus möglich alle betrieblichen Aufgaben des Zugbegleiters zu übernehmen.

Mehr Service für die Kunden

Für die Kunden bedeutet das jedenfalls ein Plus an Service und Qualität. Das beginnt bei der Ausbildung, wo ab sofort die Bereiche Service und Tarife - also die kundenrelevanten Themen - verstärkt unterrichtet werden können, da die betriebliche Aufgaben wegfällt. Im Zug selbst haben die KollegInnen dann mehr Zeit für den persönlichen Kontakt, da sie nicht bei jeder Station das Gespräch unterbrechen müssen, um dem Lokführer die Abfahrbereitschaft zu melden. Darüber hinaus werden die ZugbegleiterInnen in Zukunft im Rahmen der Aktion Fairness auch stichprobenartig Fahrkartenkontrollen durchführen. Das ist man den zahlenden ÖBB-Kunden auch schuldig.

Es wird nach wie vor ÖBB-MitarbeiterInnen in den Zügen geben, aber nicht immer und überall. Auf jenen Strecken, die technisch so weit sind, dass ein Betrieb ohne Zugbegleiter möglich ist, werden hinkünftig KollegInnen im Einsatz sein, die zum einen stichprobenartige Fahrkartenkontrollen durchführen werden, und zum anderen alle Service- und Qualitätsbedürfnisse der Kunden abdecken werden. Und das in einem Ausmaß, das über den gegenwärtigen Verhältnissen liegt. Oder anders formuliert - es wird insgesamt nicht weniger ZugbegleiterInnen geben, sondern nur mit anderen Aufgaben; nämlich mit Aufgaben, die mehr Kundenrelevanz haben als bisher.

Voraussetzung dafür ist eine so genannte Selbstbedienungs-Strecke, d.h. Fahrgäste müssen vor dem Einstieg in den Zug ihre Fahrkarte lösen. Dafür stehen alle Vertriebskanäle offen. Hinweise auf SB-Strecken gibt es an Bahnhöfen & Haltestellen, auf Fahrzeugen und mittels Lautsprecherdurchsagen, und in allen Fahrplänen.

Kunden werden hinkünftig - abgesehen vom Tfz-Führer - zwei Mitarbeitergruppen in den Zügen antreffen: ZugbegleiterInnen mit -bzw. ZugbegleiterInnen ohne betriebliche Aufgaben. Auf den anderen Strecken ändert sich diesbezüglich nichts.
In Österreich fahren schon heute rund 50% aller Züge täglich ohne Zugbegleiter (mit betrieblichen Aufgaben). Ein Vergleich mit der Schweiz: Dort sind schon heute alle Nahverkehrszüge ohne fixen Zugbegleiter unterwegs.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister

Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,8 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5 Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Rückfragen & Kontakt:

ÖBB-Holding AG
Mag. Thomas Berger
Pressesprecher ÖBB-Personenverkehr AG
Tel.: Mobil +43 664 6170045, Fax +43 1 93000 25000
thomas.berger@oebb.at

IZD-Tower, A-1220 Wien, Wagramerstraße 17-19

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB0001