WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Unterhaltungselektronik zündet den Turbo - Robert Prazak

Technologien wie Internet am TV beeinflussen viele Sparten

Wien (OTS) - Für technische Gebrauchsgüter haben Westeuropas Konsumenten im ersten
Halbjahr knapp 89 Milliarden Euro ausgegeben - ein Plus von mehr als drei Prozent zum Vorjahr. Die Branche ist damit rascher und stärker zurückgekommen als erhofft, vor allem angekurbelt durch die Nachfrage nach Flachbild-Fernsehern und Smartphones. Anders ausgedrückt: Bei Technik geht immer was, da kann das Haushaltsbudget der europäischen Konsumenten noch so schmal sein. Ein neues Handy, ein neuer Fernseher, eine neue Kamera sind stets drinnen. Und die Hersteller haben verstanden, was die Konsumenten wollen: Kein komplizierter Schnickschnack, sondern einfach zu bedienende Geräte, die unterhalten und informieren.

Die Branche fährt auf Hochtouren, die Zuliefererindustrie liefert im Rekordtempo die dafür notwendigen Motoren, etwa leistungsfähigere Prozessoren und bessere Displays. Technologien wie 3D oder HD dienen als Treibstoff. Der Turbo aber ist das Internet: Die schnelle Datenübertragung auf mobile Geräte - ob Handys, Laptops oder Tablets à la iPad - ermöglicht eine Vielzahl neuer Anwendungen. Zudem werden nun auch Fernsehgeräte ans Web angebunden. All das hat Auswirkungen weit über die Sparte hinaus: Von Medien über die Filmindustrie bis zum Handel werden viele Branchen davon profitieren. Allein der Gedanke, für einen Einkauf bei Amazon nicht mehr warten zu müssen, bis der Computer endlich gestartet ist, sorgt für eine gewisse Erwartungshaltung.

Die Sparte hat gezeigt, wie mit Innovationen der Weg aus der Krise gefunden werden kann. Andere haben das nicht verstanden. Warum gab es eigentlich keine Abwrackprämie für alte Fernseher? Natürlich kann über die Sinnhaftigkeit von Technologien wie 3D debattiert werden, letztlich wird ohnehin der Konsument entscheiden, was sich am Markt durchsetzt und ob er bereit ist, für entsprechendes Zubehör in die Tasche zu greifen. Aber es gibt wenigstens den Versuch, neue Technologien gewinnbringend umzusetzen. Angekurbelt wird das vom enormen Konkurrenzkampf der ganz Großen, allen voran Sony und Samsung, die vom Verschmelzen unterschiedlicher Geräteklassen profitieren. Diese Konzerne betreiben auch einen enormen Forschungsaufwand. Schwierig wird es für die Mitte, für jene Konzerne, die Alles und Nichts können. Chancen haben indes die ganz Kleinen, durch die Möglichkeit, sich als Nischenanbieter - etwa als Zulieferer von Mini-Programmen fürs Internet-Fernsehen - zu etablieren. Wie gesagt: In der Unterhaltungselektronik geht immer was.

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