Krankenhäuser unter ein Dach - von Mario Zenhäusern

Nur eine zentrale Koordination der Krankenhäuser bewahrt das Tiroler Gesundheitssystem vor dem Finanzkollaps.

Innsbruck (OTS/TT) - Die Tiroler Bezirkskrankenhäuser stecken in der Zwickmühle. Die leistungsorientierte Finanzierung zwingt sie zu einem möglichst breit gefächerten Angebot. Nur so sind sie in der Lage, zusätzliche Einnahmen zu generieren und damit die Zuschüsse der Gemeinden so klein wie möglich zu halten.

Aber diese Politik, dass jeder Krankenhauserhalter in erster Linie auf sich selbst schaut, produziert ein medizinisches Überangebot. Doppelgleisigkeiten sind die logische Folge. Dieser Weg führt geradeaus in die totale Unfinanzierbarkeit.

Die Anforderungen an das Gesundheitssystem der Zukunft sind klar:
Solide Grundversorgung in den Bezirken, Spitzenmedizin in ausgewählten Zentren. Das bedingt eine zentrale Koordination. Aber alle Versuche, die Gesundheitspolitik in diese Richtung zu lenken, scheiterten bisher am kategorischen Nein der Bürgermeister, die in den meisten Fällen auch Krankenhauserhalter sind.

Wenn jetzt Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf darüber zu diskutieren bereit ist, alle Tiroler Krankenhäuser unter einem Dach zu vereinen, ist das mehr als ein Schritt in die richtige Richtung. Das ist ein Paradigmenwechsel - und die einzige Möglichkeit, um unser Gesundheitssystem vor dem Finanzkollaps zu bewahren.

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