"profil": Andreas Salcher: "Zehn Prozent der Lehrer sind für den Beruf ungeeignet"

Der Bildungsexperte kritisiert die "Verlogenheit" der Spitzenpolitiker und den "parteipolitischen Würgegriff"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erklärt Andreas Salcher, ehemals ÖVP-Politiker und heute Unternehmensberater, jeden zehnten Lehrer als "für den Beruf völlig ungeeignet. Wenn man sie entfernt, würde die Qualität des Bildungssystems signifikant steigen. Das passiert aber nicht und schafft eine Spirale der Mittelmäßigkeit, in der engagierte Junglehrer nur gemobbt werden."

Salcher fordert von der Politik die rasche Umsetzung einer Bildungsreform, andernfalls drohe "ein Boom des privaten Schulsystems" und damit eine "Schul-Klassengesellschaft wie in Amerika und England".

Reformbremsend wirkten nicht nur die AHS-Lehrergewerkschaft, sondern auch die Parteipolitik: "In keinem anderem demokratischen Land ist das Schulsystem so im Würgegriff der Parteien wie in Österreich."

Den Regierungsparteien wirft Salcher im "profil"-Interview vor, "mit gespaltener Zunge" zu sprechen. Die ÖVP predige stets, Kinder sollten "in die Hauptschule gehen und glückliche Handwerker" werden, die SPÖ preise die Gesamtschule "als Paradies individueller Chancenförderung: Und die Spitzenpolitiker beider Parteien geben ihre eigenen Kinder in internationale Privatschulen."

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