• 03.09.2010, 13:26:38
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Schule - SP-Vettermann: "ÖVP negiert auch im Bildungsbereich allgemein anerkannte Expertenmeinung"

Bildungsexperten sehen in Gemeinsamer Schule beste Chancen für die Kinder

Wien (OTS/SPW-K) - "Die Wiener ÖVP-Chefin Marek hat heute wieder
einmal bewiesen, wie erzkonservativ sie denkt. Was Marek zum Thema
Bildung abgesondert hat, ist fast schlimmer, als das, was ihre
Parteikollegin und Ex-Bildungsministerin Gehrer dem Bildungssystem
angetan hat", sagt der Vorsitzende des Bildungsausschusses,
SPÖ-Gemeinderat Heinz Vettermann. In der Ära Gehrer wurden dem Wiener
Bildungssystem 1.000 Lehrer weggenommen, die Marek pikanterweise nun
fordert. "Glücklicherweise haben wir diese Lehrer unter der
sozialdemokratischen Bildungsministerin Schmied wieder
zurückbekommen", sagt Vettermann.

"Viele Bildungsexperten sind sich einig, dass eine gemeinsame
Schule die besten Erfolge bringt. Aber die ÖVP -und allen voran
Christine Marek - hat es offenbar nicht notwendig, auf Experten zu
hören! Und genauso sieht die Politik der Wiener ÖVP in weiten
Bereichen aus", sagt der SPÖ-Gemeinderat. Sämtliche wissenschaftliche
Studien untermauern zudem die These, dass schulische Erfolge oder
Misserfolge keine Frage von Abstammung oder Ethnie sind, sondern ihre
Ursache im jeweiligen Bildungs- sowie sozio-ökonomischen Hintergrund
der SchülerInnen haben. Die Gesamtschule hilft, diese Hintergründe
auszugleichen und gibt allen Kindern bessere Chancen.

Die aktuelle OECD-Studie zur "Migrant Education" zeigt (so wie
zuvor schon zahlreiche Studien - z.B. PISA), dass eine der
Grundschwächen des österreichischen Schulwesens die viel zu frühe
Selektion von Kindern mit 9,5 Jahren ist. Länder mit einem
gemeinsamen Schulwesen von der Primarstufe bis zur Vollendung der
Sekundarstufe 1 erzielen insbesondere in der Beschulung von Kindern
mit schwachem sozio-ökonomischen Hintergrund bessere Ergebnisse.
Der Soziologe Johann Bacher von der Kepler Universität Linz meint
etwa: Eine Nivellierung nach unten ist nicht feststellbar:
Unterschiede in den Durchschnittsleistungen und im Anteil der
SpitzenschülerInnen bestehen nicht.

Die neue Mittelschule, wie sie in Wien bereits erfolgreich
eingeführt wurde, bietet sehr wohl einen differenzierten Unterricht
für alle Kinder - die Differenzierung findet innerhalb der Schule und
des Unterrichts statt, wobei individuell gefördert und gezielt
unterstützt wird. "Die Kinder profitieren dennoch von einem
gemeinsamen Klassenverband, in dem alle Platz finden und sich auch
gegenseitig anspornen und unterstützen. Marek will ganz
offensichtlich dieses erfolgreiche Modell wieder abschaffen", sagt
Vettermann.

"Gerade im städtischen Raum haben sich viele AHSen zu
'unfreiwilligen Gesamtschulen' entwickelt, in denen es eben keine
innere Differenzierung und individuelle Förderung gibt - ist Marek
das lieber? Oder möchte sie eine Schule, in der jeder Schüler durch
individuelle Förderung eine Chance bekommt?", fragt Vettermann. Er
erinnert Marek daran, dass die Wiener ÖVP die Einführung der Wiener
Mittelschule sehr wohl unterstützt hat. "Mit ihrer heutigen Ablehnung
der Gesamtschule legt Marek wieder einmal eine 180-Grad-Wende hin.
Wie steht denn der Rest der Wiener ÖVP zu diesem Schwenk?"
(Schluss)

Rückfragehinweis:
SPÖ-Klub Rathaus, Presse
Thomas Kluger
Tel.: (01)4000-81941,F:(01)5334727-8194
mailto:thomas.kluger@spw.at
http://www.rathausklub.spoe.at

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