Neues Volksblatt: "Eskalation" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 2. September 2010

Linz (OTS) - Der eine, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft
in Österreich, will in jedem Bundesland eine Moschee mit Minarett -im Wissen, dass er mit dieser Forderung der FPÖ und anderen Scharfmachern Munition für die Wahlkämpfe in Wien und in der Steiermark liefert. Aber er bekommt maximale Aufmerksamkeit; und nur darauf kommt es offensichtlich heutzutage an.
Der andere, Chef der FPÖ in der Steiermark, stellt ein Computerspiel ins Internet, in dem es darum geht, Muezzins auf Minaretts zu "stoppen". Wer von "schießen" redet, werde geklagt, ließ die FPÖ wissen.
Die Verantwortlichen wissen natürlich, dass das unmoralisch und unappetitlich ist und zur maximalen Eskalation beiträgt. Und es ist unösterreichisch, denn die Österreicher wollen keinen Krieg; mit wem auch immer. Aber es schafft maximale Aufmerksamkeit. Der Zweck heiligt die Wahlkampf-Mittel. Leider!
In der FPÖ-Zentrale in Wien findet man an dem Videospiel nichts Verwerfliches. Dazu nur eine Frage, Kameraden: Was wäre, wenn in einem Videospiel Priester auf Kirchtürmen "gestoppt" würden? Eben! Die Empörung ist groß. Auch dem oberösterreichischen FPÖ-Chef stünde es gut an, sich von den Machenschaften der Wiener und der steirischen Parteifreunde zu distanzieren.

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