Überstunden: Wer anschafft, muss zahlen!

Reduktion der Überstunden Voraussetzung für mehr Arbeitsplätze

Wien (OTS/ÖGB) - =

"Auch wenn weniger Menschen arbeitslos sind als
noch vor einem Jahr, muss die Arbeitsmarktpolitik weiter Priorität haben", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB: "Das Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping muss so schnell wie möglich beschlossen werden, damit es mit Auslaufen der EU-Übergangsfristen Ende April in Kraft treten kann. Und die vorhandene Arbeit muss gerechter verteilt werden - durch Reduktion der Überstunden."++++

Inklusive SchulungsteilnehmerInnen waren Ende August 281.263 Personen arbeitslos gemeldet. Das bedeutet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum August des Vorjahres um 5,1 Prozent. Aber auch für die betroffenen Menschen gab es Verbesserungen: Die bedarfsorientierte Mindestsicherung, die heute in Kraft tritt, ist so geregelt, dass sie die Rückkehr in den Arbeitsmarkt erleichtert. Gleichzeitig gibt es Verbesserungen bei der Notstandshilfe. "Als nächster Schritt ist die Erhöhung des Arbeitslosengeldes notwendig", fordert Achitz.

Überstunden teurer machen

Im Europavergleich arbeiten die ÖsterreicherInnen mit Abstand am längsten, nämlich 42,9 Stunden pro Woche. "Wenn man Überstunden weniger attraktiv machen möchte, dann müssen sie vor allem für den Arbeitgeber teurer werden, denn von dem werden sie angeordnet", verlangt Achitz: "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen können nicht einfach, wenn es ihnen passt oder sie mehr Geld brauchen, länger dableiben und Überstunden verrechnen."

Überstunden-Abgabe für AMS und Gesundheitssystem

Achitz fordert die Einführung einer Überstundenabgabe. Arbeitgeber, die Überstunden anordnen und damit verhindern, dass mehr Leute in Beschäftigung kommen, sollten eine Abgabe zahlen, die zur einen Hälfte an das AMS ur Finanzierung der aktiven Arbeitsmarktpolitik fließt. "Davon profitieren die Unternehmen, etwa in Form von Einstellungsförderungen", so Achitz. Die andere Hälfte der Abgabe soll dem Gesundheitssystem zugute kommen. Achitz: "Überstunden verursachen ja auch hohe Kosten. Studien belegen, dass überlange Arbeitszeiten krank machen."

Strafen für Lohndumping

Ab Mai 2011 dürfen die BürgerInnen aus den neuen EU-Ländern in Österreich arbeiten. Um das Unterlaufen des heimischen Arbeitsrechtes zu vermeiden, muss das Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping schnellstens beschlossen werden. "Die Österreichischen Kollektivverträge gelten auch für ArbeitnehmerInnen aus dem Ausland. Das Gesetz sieht erstmals Kontrollen und Strafen für Unternehmer vor, die sich mit Sozialdumping einen Wettbewerbsvorteil erschleichen wollen", sagt Achitz.

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