AKNÖ: Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege kann Pflegebedarf feststellen

Vizepräsidentin Adler warnt vor Verwechslung: DGKP sind keine Arzt-HelferInnen

Wien (OTS) - Die Niederösterreichische Arbeiterkammer hält die Neuregelung zur Begutachtung von PatientInnen, die Pflegegeld beantragt haben für gut und richtig. AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler: "Ich bin überzeugt, dass es künftig zu wesentlich weniger Fehleinschätzungen bei der Bestimmung der Pflegestufe kommt, wenn diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen die PatientInnen gemeinsam mit den ÄrztInnen begutachten."

FachärztInnen sind ja für die Beurteilung von Krankheitsbildern qualifiziert, während der gehobene Gesundheits- und Krankenpflegedienst punktgenau mittels Pflegediagnose zur Beurteilung des Pflegebedarfes ausgebildet ist.
Zu Äußerungen, wonach DGKP (diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen) den ÄrztInnen bei der Pflegegeldeinstufung "assistieren" sollten, stellt die AKNÖ klar, dass "der gehobene Gesundheits- und Krankenpflegedienst ganz im Gegenteil durch die Akademisierung attraktiver gemacht wird". Wer das längst überholte Bild von der dem Arzt dienenden Krankenschwester strapaziert, stört die Bemühungen nach Aufwertung der Gesundheitsberufe.

Schwerer Pflegefall bekam Stufe 3 statt Stufe 7

In der Sozialrechtsabteilung der AKNÖ werden immer wieder Fälle aufgegriffen, in denen es zu krassen Fehleinschätzungen im Pflegebedarf gekommen ist. So wurde einer krebskranken Frau, die sich weder aufsetzen noch aufstehen konnte, nur die Pflegestufe 3 zugesprochen. Erst die Klage der AKNÖ brachte der Patientin die richtige Stufe 7. Bei Ende des Verfahrens war die Niederösterreicherin allerdings bereits verstorben.

AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp: "Ökonomische Interessen der bisherigen GutachterInnen dürfen hier keine Rolle spielen. Die Ärztinnen und Ärzte haben keine Erbpacht auf die 12 Millionen Euro, die jährlich an Gebühren zur Pflegegeldeinstufung ausgegeben werden." Rupp verweist weiters auf die jahrelange Rechnungshofkritik, wonach die derzeitige Einstufungspraxis nicht besonders professionell verlaufe. "Durch die Involvierung der Pflege ist durchaus eine Verbesserung in Sichtweite", so Rupp. Die Arbeiterkammer als gesetzliche Interessenvertretung der Pflegepersonen ist zu einer Kooperation mit allen Beteiligten gerne bereit, "damit der Pilotversuch in Niederösterreich ein voller Erfolg für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen wird".

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