VP-Stiftner: Wien braucht energiepolitischen Kurswechsel

Wien (OTS) - "Die letzten fünf Jahre waren, wie in vielen anderen Politikbereichen auch, punkto Klimaschutzziel und dem Einsatz alternativer Energieträger für Wien fünf verlorene Jahre. Weder hat Wien die selbst gesteckten Klimaschutzziele erreicht, noch ist es gelungen, die Stadt energieautarker zu machen. Wien ist bei seiner Energieversorgung weitgehend von der weltpolitischen Großwetterlage abhängig. Energieautarkie wäre aber in Wien, zumindest im Privatbereich, durchaus möglich", betont ÖVP Wien Umweltsprecher LAbg. Roman Stiftner im heutigen Pressegespräch der ÖVP Wien.

Zwölf Prozent der in Wien benötigten Energie könnten von der Sonne kommen

Um die Stadt Wien unabhängiger von Energieimporten zu machen, müsste es jedoch zu einer Wende - einem Umdenken - bei der Energiepolitik kommen. So sollte etwa verstärkt auf die Nutzung von Solarenergie gesetzt werden. "Zwölf Prozent der in Wien benötigten Energie könnten von der Sonne kommen", meint Stiftner. Damit der Einbau von Solaranlagen in Wien attraktiver wird, müsste es einerseits Rechtssicherheit bei den Förderungen geben und andererseits müsste durch Solaranlagen zu viel erzeugte Energie zum gleichen Preis ins Stromnetz der Stadt eingespeist werden können, der für entnommene Energie zu bezahlen ist. "Betreiber von Solaranlagen sollten nur die tatsächliche Differenz von entnommener zu eingespeister Energie bezahlen müssen. Derzeit subventionieren sie Wien Energie", kritisiert der VP-Umweltsprecher.

Energiequelle "Energiesparen"

Ein weiterer Schritt in Richtung Energieautarkie sei, so Stiftner, bei der Wärme- bzw. Kältedämmung zu setzten. "Derzeit liegt die Sanierungsrate bei gerade einmal einem Prozent. Zumindest drei Prozent wären hier notwendig. Die Stadt Wien muss hier bei den eigenen Gebäuden beginnen. Dabei ist nicht nur auf Dämmmaßnahmen zu setzen, es sollten auch die Dachflächen zum Einbau von Sonnenkollektoren genutzt werden", schlägt Stiftner vor.

E-Mobilität attraktiver machen

Auch in Sachen E-Mobilität gelte es für die Stadt aktiver zu werden. Einerseits müsse der Ankauf von Elektrofahrzeugen gefördert werden, andererseits müsse Wien ein stadtweites Solartankstellennetz aufbauen. Und die Befreiung der E-Fahrzeuge von der Parkometerabgabe würde ebenfalls einen Anreiz zum Einsatz von E-Fahrzeugen bieten.

Fernwärme entmonopolisieren

Auch die Wiener Fernwärme sei bei weitem nicht so ökologisch, wie sie die Stadt immer wieder darzustellen versucht. Derzeit werde mit sehr viel Erdgas zugeheizt, auf die Verbrennung von Klärschlamm oder die Nutzung von Erdwärme aber völlig vergessen. Auch eine Entmonopolisierung in diesem Bereich würde für mehr Wettbewerb sorgen und anderen Energieversorgern einen klaren Auftrag zum Einstieg in die Gewinnung erneuerbarer Energien geben, ist sich Stiftner sicher.

Kompetenzbündelung

Abschließend fordert Stiftner von der künftigen Wiener Stadtregierung, für klare Kompetenzen bei der Energieversorgung der Stadt zu sorgen: "Jetzt sind zumindest drei Ressorts für den Energiehaushalt der Stadt zuständig. Wenn es schon nicht einen eigenen Stadtrat als Koordinator für nachhaltige Energienutzung und -erzeugung gibt, so sollten diese bedeutenden Aufgaben in einem einzigen Ressort gebündelt werden."

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: T: (+43-1) 4000/81 913, F:(+43-1)4000/99 819 60
presse.klub@oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0002