Neues Volksblatt: "Empörung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. August 2010

Linz (OTS) - So einfach geht das.
"Wir machen im Gegensatz zu Schwarz-Blau keinen Pensionsraub", sagte der Wiener SPÖ-Bürgermeister Häupl im Kurier-Interview. Die Pensionsreform nennt er einen "Skandal", die Kritik, vereinbarte Bundesregelungen nicht umgesetzt zu haben, empfindet er als "Lob". So kann man natürlich auch Politik machen. Dass Rechnungshofpräsident Moser zuletzt im Parlament Anfang Juli unter anderem vom Land Wien die Umsetzung der Pensionsreformen eingemahnt hat, kümmert den Wahlkämpfer Häupl naturgemäß nicht. Oder dass Beamtenministerin Heinisch-Hosek sogar mit dem Finanzausgleich als Druckmittel gewachelt hat, damit die säumigen Länder endlich Aktivitäten setzen -was solls? Es kann doch nicht wirklich als Privileg gesehen werden, wenn Wiener Beamte im Schnitt mit 53 Jahren in Pension gehen und das mit einem Bezug, der deutlich über jenem der ASVG-Pensionisten liegt. Das müssen die Betroffenen natürlich als "Raub" empfinden, wenn sie mit Pensionsalter und Pensionshöhe an das Normalniveau angeglichen würden.
Über den sorglosen Umgang mit Steuermitteln wäre jedenfalls mindestens so viel Empörung angebracht als über Straches "Wiener Blut"-Plakate.

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