Alpbach: Weiterbildung und Integration sind Investitionen in die Zukunft des Arbeitsmarkts

Aiginger: "Budgetkonsolidierung durch Reformen und nicht durch Abgabenerhöhungen"

Alpbach/Wien (OTS/PWK632) - "Viele Prognosen sehen das
zukünftige Wirtschaftswachstum in Europa durch einen Arbeitskräftemangel bedroht", konstatierte Karl Aiginger, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Geht uns die Arbeit aus?" am ersten Tag der Alpbacher Reformgespräche 2010. In Österreich gebe es zwar bis 2050 einen Bevölkerungsanstieg, aber der stetig sinkende Anteil der Erwerbstätigen könne zu einem Problem werden. Außerdem würde der Bedarf an unqualifizierten Arbeitsplätzen sinken, während hingegen die Nachfrage nach qualifizierten Stellen im Steigen begriffen sei.

"Die Arbeit geht uns nicht aus, besonders nicht dauerhaft, mittel-und langfristig. Aber es werden Widerstände und Hindernisse auftauchen, für die es aber erfreuliche Lösungen gibt", stellte Aiginger fest. Eine langfristige Gegenmaßnahme, um die Erwerbsquote zu heben, sei eine gezielte Qualifizierungspolitik. "Die Weiterbildung und Integration von Migranten ist eine Investition in die Zukunft", meint der WIFO-Chef. Kurzfristig würden intelligente Arbeitszeitverkürzungsmaßnahmen, bessere Kinderbetreuungsangebote und eine Förderung der Mobilität zu einer Verbesserung am Arbeitsmarkt führen. "Daneben ist vor allem auch eine Budgetkonsolidierung notwendig, die mehr Gewicht auf Reformen denn auf Abgabenerhöhungen setzt. Die Abgabenstruktur sollte beschäftigungsfreundlicher werden", so Aiginger.

Eine "weitgehende Professionalisierung der Gesellschaft" sagte Michael Böhmer, Senior Projektleiter der Prognos AG aus Basel, in seinem Eröffnungsstatement für die nahe Zukunft bis 2035 voraus. Da die Lücke in Deutschland zwischen sinkender Gesamtbevölkerung und sinkender Erwerbsbevölkerung kleiner wird, wagte er die Prognose, dass das Arbeitskräftepotenzial dann stärker ausgeschöpft werden könnte. "Vereinfacht gesagt: Wer arbeiten kann, wird arbeiten", so Böhmer. Eine Erhöhung der Nettozuwanderung, umfassende Weiterbildungsinitiativen und ein Ausbau der Teilzeitbeschäftigung seien die richtigen Maßnahmen, damit die Arbeitskräftelücke nicht größer wird. (TB)

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