KURIER-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Mehr Steuern? Nein"

Die Leistungsträger wissen schon, wer besonders viel an den Staat zahlt.

Wien (OTS) - Ein Leser schreibt mir, dass ihm als Doppelakademiker bei ca. 5400 Euro brutto pro Monat ca. 3100 Euro netto verbleiben. Dazu kommen die Steuern, die er beim Einkaufen, beim Tanken, beim Sparen bezahlt. Es reicht - mehr kann und will er nicht an den Staat abführen.
Der Mann hat recht. Er gehört zum viel zitierten Mittelstand. All die Angestellten, Freiberufler und Unternehmer, die passabel verdienen, überdurchschnittlich besteuert werden und als "Besserverdiener" schon wieder dran glauben sollen. Nein, danke, sie zahlen schon genug.
Die Regierung argumentiert ja, dass sie das Budget - und die damit verbundenen Mehrbelastungen für die Bevölkerung - deshalb erst im Spätherbst bekannt geben kann, weil so lange gerechnet werden muss, bis eine gerechte Verteilung der Lasten geklärt ist.
Die angesprochenen Mittelständler rechnen - jeden Tag. Jetzt muss die SPÖ mehr als die Forderung nach einer Reichensteuer bieten und die ÖVP muss sagen, wo Geld jenseits der Leistungsträger zu holen ist.
Oder das Finanzministerium nützt die Zeit und legt eine grundsätzliche Steuerreform vor, wo endlich, wie oft versprochen, die Arbeit entlastet wird.

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