Neue Pläne für eine lebendige March

bmvit, Land NÖ, WWF und via donau präsentieren Maßnahmenplan für die March

Marchegg (OTS) - Die March ist der größte linksufrige Zubringer im Oberlauf der Donau und gleichzeitig der einzige naturnahe Tieflandfluss pannonischer Prägung in Österreich. Aufgrund von Regulierungs- und Intensivierungsmaßnahmen im vergangenen Jahrhundert befindet sich der Fluss im "mäßigen" ökologischen Zustand gemäß der Wasserrahmenrichtlinie. Mit einem neuen Projekt soll die March wieder mehr Dynamik erhalten. Dabei werden sowohl flussbauliche Maßnahmen als auch Maßnahmen abseits der Gewässer umgesetzt. Diese umfassende Zugangsweise lässt eine wildnisartige Aulandschaft entstehen, in der wieder dynamische Prozesse ablaufen können.

Die March-Thaya-Auen sind neben dem Gebiet Neusiedler See/Seewinkel der artenreichste Landschaftsraum Österreichs. Viele Pflanzen und Tiere, die an der March vorkommen, gibt es nirgends sonst in Österreich. Allerdings sind viele der naturkundlichen Besonderheiten der March heute gefährdet. Deshalb sind jetzt umfassende Maßnahmen nötig, um die Vielfalt in den March-Thaya-Auen langfristig zu erhalten. Bereits im Juni 2007 wurde den Anrainergemeinden der March der sogenannte "Bilaterale Maßnahmenplan" präsentiert, in dem Handlungen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der March und der Aulandschaft erarbeitet worden waren. Auf dieser Basis sollen von der Mündung der March in die Donau bis zur Weidenbachmündung Renaturierungsmaßnahmen gesetzt werden.

Mit dem von der EU geförderten Projekt LIFE+ - Renaturierung Untere March-Auen setzt die via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH als Projektleiterin im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gemeinsam mit den Partnern WWF Österreich und dem Niederösterreichischen Landesfischereiverein Maßnahmen an der Unteren March und im angrenzenden Vorland um.

Bundesministerin Doris Bures, die via donau mit der Umsetzung verschiedener Renaturierungsmaßnahmen beauftragte, betont, dass "wir damit den Ansprüchen des Hochwasserschutzes genauso gerecht werden wie den Ansprüchen der Ökologie". Außerdem leiste man einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Verbesserungsgebots der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Durch die Wasserbaumaßnahmen sollen mehrere Nebenarm- und Inselsysteme entstehen. Dadurch profitieren besonders geschützte Fischarten wie etwa der Schlammpeitzger. "Die Auflockerung der regulierten March durch die Errichtung einer Insellandschaft bringt den Fluss ein Stück zurück an seinen ursprünglichen Zustand und verbessert diesen Lebensraum für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten", erläutert DI Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer der via donau.

Maßgeblich unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Land Niederösterreich. Für Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf ist das Projekt ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der EU-LIFE-Projekte in Niederösterreich: "In den letzten 15 Jahren konnten wir in Niederösterreich im Rahmen von LIFE-Projekten rd. Euro 40 Mio. in den Gewässerschutz investieren. Mit dem aktuellen Projekt tragen wir maßgeblich zum Schutz dieses einzigartigen Lebensraums bei."

Die Maßnahmen im Vorland betreffen neben speziellen Artenschutzmaßnahmen die Sicherung und Wiederherstellung der für die Region typischen Feuchtwiesen. Eine wichtige Aufgabe des Projekts ist daher die Pflege und Erhaltung dieser Wiesenflächen.

"Wir freuen uns, dass durch dieses ambitionierte Projekt wieder ein Stück Wildnis an die March zurückkehrt", begrüßt WWF-Geschäftsführerin Dr. Hildegard Aichberger die Renaturierungen. "Von der Wiederherstellung einer naturnahen Flussdynamik durch die Anbindung von Seitenarmen bzw. den Rückbau der harten Uferverbauung, werden Flussregenpfeifer, Uferschwalbe & Co profitieren und bald wieder den neu entstandenen Lebensraum besiedeln", hofft Aichberger.

Das Projekt soll gemeinsam mit dem Land Niederösterreich, dem WWF Österreich und dem Niederösterreichischen Landesfischereiverband abgewickelt werden, wobei via donau die Projektkoordination betreibt. Einreichtermin für das Projekt im Rahmen des Programmes Life+ ist im Herbst 2010. Bei positiver Bewertung startet das Projekt im September 2011 mit einer Projektlaufzeit bis 2017.

Kontakt Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: Susanna Enk, Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures 1010 Wien, Stubenring 1 Susanna.Enk@bmvit.gv.at, www.bmvit.gv.at Kontakt Niederösterreichische Landesregierung: Klaus Luif, Pressesprecher Dr. Stephan Pernkopf Tel: 02742/9005-12700 1220 Wien, Donau-City-Straße 1 klaus.luif@noe.gv.at, www.noe.gv.at Kontakt WWF: MMag. Franko Petri, WWF Österreich Tel: 01/48817-231 1160 Wien, Ottakringer Straße 114-116 franko.petri@wwf.at, www.wwf.at

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