Forum Alpbach: Vinzenz Gruppe fordert Initiativen zur Stärkung der Patienteninteressen

Transparenz für Patienten und Leistungserbringer muss verbessert werden; Aufholbedarf in Österreich

Wien (OTS) - "Der Patient ist der ohnmächtigste aller Beteiligten im Gesundheitssystem, weil ihm die nötige Transparenz fehlt. Es ist höchste Zeit, dagegen mit Maßnahmen wie einer nationalen Patientenbefragung, verpflichtenden Qualitätsberichterstattungen der Krankenhäuser sowie klar geregelten, leistungsgerechten Finanzierungen von Gesundheitsleistungen vorzugehen. Österreich hat hier großen Aufholbedarf." Diese Diagnose stellte Dr. Michael Heinisch, bei einer Podiumsdiskussion heute, Montag, im Rahmen der diesjährigen Gesundheitsgespräche des Europäischen Forums Alpbach.

Die Patienten können nur dann wirklich selbstbestimmt mitentscheiden und mitgestalten, wenn sie die entsprechenden Informationen erhalten. Dazu zählen nicht nur Behandlungsmöglichkeiten sondern unter anderem auch medizinische Qualitätszahlen. "Anders als etwa in Deutschland sind die Österreichischen Krankenanstalten noch immer nicht verpflichtet, regelmäßig standardisierte Qualitätsberichte abzuliefern", kritisiert Dr. Heinisch. Patienten haben daher keine Möglichkeit zum objektiven Vergleich, welche Leistungen wo am besten erbracht werden. "Hier ist vor allem das Gesundheitsministerium gefordert", so Dr. Heinisch. Denn prinzipiell gäbe es bereits den gesetzlichen Auftrag an die Krankenhäuser, regelmäßig einheitliche Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Allerdings fehlen klare standardisierte Vorgaben für derartige Berichte. Dr. Heinisch: "Standardisierte Qualitätsberichte sind ein wichtiger Bestandteil der Patientenrechte. Diese sollten endlich ernst genommen werden."

Weiters sei es höchste Zeit für eine nationale Patientenbefragung, so Dr. Heinisch. "Wenn man ernsthaft die Interessen der Patienten stärken will, muss man an der Basis beginnen und prüfen, welche Erwartungen sie wirklich haben."

Der Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, die zu den größten Trägern privater aber gemeinnütziger Krankenhäusern zählt, kritisiert weiters, dass das derzeitige Gesundheitssystem auch für die handelnden Akteure intransparent ist.

Heinisch weist darauf hin, dass die acht Krankenhäuser der Vinzenz Gruppe viele Aufgaben der öffentlichen Hand übernommen haben. "Das machen wir gerne und wir sind stolz darauf, öffentliche Versorgungsaufträge zu übernehmen." Um aber wirtschaftlich vorausschauend planen zu können, ist eine Veränderung des Finanzierungssystems notwendig. Dr. Heinisch: "Wir müssen endlich auf eine echte leistungsorientierte Finanzierung umstellen, in der die Krankenhausträger die Gewissheit haben, dass ihre Leistungen - wenn sie qualitätsvoll, effizient und bedarfsgerecht erbracht werden -leistungsgerecht bezahlt werden. Das ist ein Gebot der Stunde."

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