Vom Hafen zum Bahnhof - Frühe Industrialisierung erreicht Stadtmauern

Wien (OTS) - Für Jahrhunderte war Wiens Innenstadt von massiven Befestigungsanlagen umgeben, die im 19. Jahrhundert umgestaltet wurden. Ein aufschlussreiches Dokument aus dem Bestand "Pläne der Plan- und Schriftenkammer" im Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt einen Projektplan von 1829/30. Darauf ist ein Entwurf zur Neugestaltung des östlichen Festungsbereichs zu sehen. Im Gebiet des heutigen Bahnhofs Wien Mitte findet sich der Wiener Kanalhafen eingezeichnet. Dieser Hafen des Wiener Neustädter Kanals war Anlegestelle für viele Frachtkähne, die täglich die Stadt belieferten. Verantwortlich für den Bau des Hafenbeckens war die Wiener Neustädter Steinkohlengesellschaft, die ihre um Ödenburg abgebaute Steinkohle dadurch billig in die Stadt transportieren konnte. Nach Genehmigung des Kanalbaus durch den Kaiser im Jahr 1794 wurde das Hafenbassin vor dem Invalidenhaus für mehrere Jahrzehnte intensiv genutzt. Im Zuge des Neubaus des Bahnhofs Wien Mitte konnte die Wiener Stadtarchäologie das Hafenbecken in den letzten Monaten ergraben und dokumentieren.

o Weitere Informationen zum Plan: www.wien.at/kultur/archiv/geschichte/zeugnisse/glacisplan1829.html

Ausstellung zur Nutzung der Flächen vor den Stadtmauern

In der Kleinausstellung "Von der Gstätten zum Stadtpark. Zur Nutzung der Flächen vor den Wiener Stadttoren vom 16. bis zum 19. Jahrhundert" werden die unterschiedlichen Nutzungen des Glacis anschaulich präsentiert. Als Grundlage dient das umfangreiche Kartenmaterial des Wiener Stadt- und Landesarchivs. Der Projektplan von 1829/30 wird in einer Vitrine gezeigt. Die Ausstellung ist vom 4. Juni bis 1. Oktober 2010 im Foyer des Archivs zu den Öffnungszeiten zu besuchen. Der Eintritt ist kostenlos, ein Katalog zur Ausstellung liegt zur freien Entnahme auf.

o Information zur Ausstellung, Anfahrtsweg und Öffnungszeiten: www.wien.at/kultur/archiv/veranstaltungen/glacis.html

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