ÖAMTC und Feuerwehr: Sicherheitspakete gegen Fahrzeugbrand für Pkw, Lkw und Busse (Teil 2)

90 Prozent der Brände wären vermeidbar; Kritik an Automobilherstellern: Sparen bei Sicherheit

Wien (OTS) - Rund 1.800 Fahrzeuge brennen jedes Jahr in Österreich - mit mehr oder weniger schlimmen Folgen. "90 Prozent dieser Brände wären vermeidbar bzw. weniger schwer, wenn es endlich vernünftige Sicherheitspakete gegen Fahrzeugbrand gäbe", sind sich der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV), Josef Buchta, und ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang einig. ÖAMTC und Feuerwehr prangern seit Jahren das fehlende Bewusstsein für diese Thematik bei Herstellern und Politik an. "Gespart wird leider bei der Sicherheit", kritisiert Lang. Die Forderungen der beiden Vereine zur Fahrzeugbrand-Vermeidung und -Bekämpfung:

Pkw-Sicherheitspaket gegen Fahrzeugbrand

* Appell an die Autolenker, einen Feuerlöscher mitzuführen: "Im Idealfall sollte sich ein 2-Kilogramm-Löscher an Bord jedes Autos befinden", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. Gemeinsame Tests von ÖAMTC und ÖBFV haben gezeigt, dass auch Minimallösungen, wie z. B. 500-Gramm-Löscher, einen Entstehungsbrand eindämmen können. Achtung:
Feuerlöscher müssen gewartet werden. "Ein Löscher muss alle zwei Jahre zum 'Pickerl'", erklärt Buchta. Dabei wird er optisch und technisch auf seine Funktionsfähigkeit überprüft. "Das dauert nur ein paar Minuten. Am besten wendet man sich dafür an die nächste Feuerwehrdienststelle", so der Präsident des ÖBFV.

* Forderung an die Auto- und Feuerlöscher-Hersteller, eine Befestigungsmöglichkeit für 2-Kilogramm-Norm-Feuerlöscher im Fahrzeug zu schaffen. Oft scheitert der Einbau von Löschern daran, dass im Fahrzeuginneren die Beinfreiheit des Beifahrers eingeschränkt wird. Im Kofferraum montierte herkömmliche Handfeuerlöscher nehmen viel Platz in Anspruch und können bei unsachgemäßer Montage bei einer Notbremsung zum gefährlichen Geschoss werden.

* Forderung an die Automobilhersteller, automatische Löschsysteme in die Fahrzeuge einzubauen. " Brandschutz muss umfassend in Fahrzeugkonstruktion und Fahrzeugbau integriert werden", sagt der ÖAMTC-Cheftechniker. Pkw, Lkw und Busse müssen mit automatischen Löschanlagen ausgerüstet werden. "Erstens wird dadurch ein Brand im Motorraum rasch entdeckt und gelöscht. Zweitens kann ein Brand nach einem Unfall auch dann bekämpft werden, wenn die Fahrzeugpassagiere dazu nicht mehr in der Lage sind", erklärt Buchta.

* Forderung an die Automobilhersteller, Systeme einzubauen, die im Crashfall automatisch die Stromzufuhr unterbrechen und dadurch die Gefahr des Ausbruchs von Bränden minimieren.

* Forderung an die Politik, das richtige Verhalten bei Brandunfällen EU-weit in die Ausbildung aller Führerscheinklassen einzubeziehen.

Lkw- und Bus-Sicherheitspaket gegen Fahrzeugbrand

* Appell an die Fahrzeuglenker, einen Feuerlöscher mitzuführen. "In dem Fall sollte es sich um größere, 6-Kilogramm-Löscher handeln", sagt der ÖAMTC-Experte.

* Forderung an die Politik, Einbauverpflichtungen vorzusehen:
Nötig sind automatische Feuerlöschanlagen im Motor- und Insassenbereich, Hitzesensoren im Bereich von sensiblen Zonen (Reifen) sowie Systeme, die im Crashfall automatisch die Stromzufuhr unterbrechen und dadurch die Gefahr des Ausbruchs von Bränden minimieren.

* Forderung an die Politik, auch in der Berufskraftfahrer-Ausbildung die Handhabung von Feuerlöschern und das richtige Verhalten bei Brandunfällen zu verankern.

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