Appell von ÖAMTC und Feuerwehr: Feuerlöscher im Fahrzeug können Leben retten (Teil 1, + Fotos)

Rund 1.800 Fahrzeugbrände im vergangenen Jahr - so reagiert man im Ernstfall richtig

Wien (OTS) - Fahrzeugbrand - ein Ausnahmeproblem? "Ganz und gar nicht - täglich brennen in Österreich im Schnitt fünf Autos", kennt Josef Buchta, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV), die beunruhigenden Zahlen. "Zum einen beginnen Fahrzeuge immer wieder im Motorraum zu brennen, zum anderen werden Brände durch Unfälle ausgelöst." Dabei kann es auch zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Im Jahr 2009 sind bei Fahrzeugbränden fünf Menschen getötet und 20 schwer verletzt worden. Und erst im Juni und Juli dieses Jahres sind bei Bränden eines Pkw sowie eines Lkw die Fahrer getötet worden. Eine rasche Hilfe scheitert oft an zwei Dingen: erstens haben die meisten keinen Feuerlöscher im Auto, weil sie meinen, dass man damit im Ernstfall nichts ausrichten kann. Und zweitens ist die Hemmschwelle für Unfallzeugen oft sehr groß, sich dem Brandherd zu nähern. "Viele haben leider die Bilder von explodierenden Autos im Kopf", erklärt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Mit beiden Vorurteilen räumten ÖAMTC und ÖBFV im Rahmen einer Löschdemonstration auf und zeigten, wie man sich und andere retten kann.

"Tatsache ist, dass brennende Fahrzeuge nicht explodieren", stellt Lang klar. "Das sind Fernsehmythen. Tatsache ist außerdem, dass auch kleinere Handfeuerlöscher bei einem Fahrzeugbrand sehr effizient sind." Wichtig ist, überhaupt einen Feuerlöscher im Fahrzeug mitzuführen und ihn richtig und rechtzeitig anzuwenden. "Bis sich ein beginnender Pkw-Brand zu einem Vollbrand entwickelt, dauert es oft nur wenige Minuten", erklärt Präsident Buchta. "In dieser Zeit kann man mit einem Feuerlöscher schlimmere Schäden noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr verhindern."

Was tun, wenn das Fahrzeug brennt - Verhaltenstipps der Experten

* Wenn es aus dem eigenen Motorraum raucht: so rasch wie möglich stehen bleiben, die Motorhaube öffnen und den Feuerlöscher gezielt einsetzen, um die Flammen zu ersticken. Vier Tipps der Experten von ÖAMTC und Feuerwehr zur richtigen Handhabung des Feuerlöschers: 1.) Auf die Windrichtung achten, immer mit dem Wind löschen, 2.) Nicht direkt in die Flammen spritzen, sondern von unten in die Glut, 3.) Ausreichend Abstand halten, damit die Pulverwolke möglichst den gesamten Brand einhüllt und 4.) Stoßweise löschen.

* Wenn man zu einem Unfall mit Fahrzeugbrand kommt: Rettungskräfte verständigen, Insassen aus dem Fahrzeug retten. Wenn eine Bergung nicht möglich ist, versuchen zu löschen, um zumindest den Übergriff des Brandes auf den Fahrgastraum zu verhindern oder bis zum Eintreffen von Rettungskräften zu verzögern.

* Autos nach einem selbst gelöschten Motorbrand keinesfalls mehr in Betrieb nehmen. "Das Feuer könnte erneut aufflammen", warnt Lang. "Der Wagen muss jedenfalls in die Werkstatt geschleppt und überprüft werden."

Feuerlöscher erreichbar verstauen - Club kritisiert Hersteller wegen fehlender Befestigungsmöglichkeiten

Wichtig ist, dass der Feuerlöscher im Fahrzeug crashsicher befestigt wird, aber dennoch leicht zugänglich ist. "Leider ignorieren die Automobilhersteller dieses Sicherheitsproblem. Es fehlen nach wie vor vernünftige Befestigungsmöglichkeiten für Feuerlöscher im Auto", kritisiert ÖAMTC-Cheftechniker Lang. Der Club setzt sich auf europäischer Ebene für eine Lösung dieses Problems ein. Einstweilen rät der Clubexperte, den Feuerlöscher gut befestigt im Kofferraum zu verstauen. "Die meisten Unfälle sind Frontalunfälle. Dabei bleibt der Kofferraum am ehesten zugänglich, wenn möglich für Autoinsassen, aber auch für Helfer", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Kfz-Brände nach Bundesländern im Jahr 2009 (Pkw/Lkw/Gesamt)

Burgenland: 28 / 17 / 45
Kärnten: 75 / 14 / 89
Niederösterreich: 320 / 71 / 391
Oberösterreich: 343 / 0 / 343
Salzburg: 73 / 17 / 90
Steiermark: 261 / 46 / 307
Tirol: 162 / 0 / 162
Vorarlberg: 47 / 11 / 58
Wien: 0 / 0 / 0 (keine Daten für 2009 und 2008 geliefert, 2007 waren es rd. 350)

Gesamt: 1.309 / 176 / 1.485 (inkl. rund 300 Wien - 1.800)

Aviso an die Redaktionen: Fotos zu dieser Meldung sind ab Mittag im Fotoservice des Clubs unter www.oeamtc.at/presse verfügbar.

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