Franz Fischler: Mit neuen Arbeitsmodellen und einer ökosozialen Steuerreform in die Zukunft der Arbeit

Alpbach (OTS) - Der Präsident des Ökosozialen Forums fordert bei den Alpbacher Reformgesprächen ein Neudenken der Arbeit und menschennahe Arbeitszeitmodelle als Basis einer qualitativen Wachstumsgesellschaft.

"Eine nachhaltige Wirtschaftsordnung, die Ressourcen schont und die Lebensqualität erhöht, macht eine Neubewertung der Arbeit und innovative menschennahe Arbeitszeitmodelle notwendig. Die Herausforderung besteht darin, Arbeitsplätze für die Jungen zu schaffen, die Älteren besser und länger im Arbeitsprozess zu halten, bezahlte und unbezahlte Arbeit gerechter zu verteilen und die Bildung sowie Weiterbildung darauf auszurichten", betont der Präsident des Ökosozialen Forums, Franz Fischler, zum Auftakt der Alpbacher Reformgespräche. Das Ökosoziale Forum ist Mitveranstalter der Reformgespräche 2010, die sich mit der Zukunft der Arbeit in einer nachhaltigen und ökosozialen Marktwirtschaft beschäftigen.

"Ein rein quantitatives Wirtschaftswachstum, also ein weiteres 'immer noch mehr' auf Kosten der Umwelt und der künftigen Generationen muss von einer qualitativen Wachstumsgesellschaft abgelöst werden, die eine bessere Lebensqualität für alle Menschen zum Ziel hat. 90 Prozent der ÖsterreicherInnen wünschen sich eine nachhaltige Wirtschaftsordnung, die eine Balance zwischen Sozialem, Umwelt und Wirtschaft ermöglicht, das zeigt eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann Stiftung. Gleichzeitig müssen wir es schaffen, so viele Menschen wie möglich in die Arbeitswelt zu integrieren - nicht nur um die Sozialleistungen auch künftig finanzieren zu können, sondern auch weil Arbeit Sinn und Lebensfreude stiften kann. Der alte Weg, Arbeitslosigkeit allein durch quantitatives Wachstum zu bekämpfen, funktioniert auf Dauer nicht. Um neue Wege zu gehen, brauchen wir aber auch mehr innovative und auf die Bedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft abgestimmte Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle", fordert der Präsident des Ökosozialen Forums.

Den Faktor Arbeit steuerlich entlasten

Ein wichtiges Fundament für die Weiterentwicklung der Arbeit seien die staatlichen Rahmenbedingungen. Und dazu gehöre es auch, den Faktor Arbeit, der in Österreich deutlich über dem EU-Schnitt belastet ist, billiger zu machen und so den Spielraum für nachhaltiges Wirtschaften und menschennahe Arbeitsmodelle größer zu machen, fordert der Präsident des Ökosozialen Forums bei den Reformgesprächen in Alpbach. "Österreich braucht eine ökologisch und sozial nachhaltige Budgetkonsolidierung, um Arbeit zu schaffen, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig die Umwelt und die gute Lebensqualität für künftige Generationen zu sichern. Das heißt konkret, klima-, umwelt- und Gesellschafts schädigendes Verhalten teurer zu machen, falsche Subventionen abzubauen, die Verwaltung zu reformieren und im Gegenzug ausreichend Mittel in die Bildung, die Forschung und die Entlastung des Faktors Arbeit zu investieren. Eine konsequente ökosoziale Steuerreform könnte das Herzstück dieser notwendigen Trendwende in der Budgetpolitik sein", so Fischler.

"Die Menschen wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern eine Wirtschaftsordnung, die den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie den sozialen Ausgleich stärker berücksichtigt. Das Modell der Ökosozialen Marktwirtschaft bietet die nötigen Instrumente, um diese Trendwende hin zu nachhaltigem Wirtschaften rasch zu ermöglichen", ist der Präsident des Ökosozialen Forums überzeugt. Die Ökosoziale Marktwirtschaft zeige deshalb den Weg zu einem qualitativen Wachstum auf, das vor allem die Lebensqualität der Menschen erhöht und natürliche Ressourcen erhält. Ziel der Ökosozialen Marktwirtschaft ist eine leistungsfähige und zugleich soziale und ökologisch nachhaltig ausgewogenen Wirtschaft.

Zukunft der Arbeit

Die Alpbacher Reformgespräche (23.-25. August) zum Thema "Zukunft der Arbeit" werden vom Europäischen Forum Alpbach in Zusammenarbeit mit dem Ökosozialen Forum, der Wirtschaftskammer Österreich sowie der forschenden pharmazeutischen Industrie veranstaltet. Das Ökosoziale Forum leitet bei den Reformgesprächen gemeinsam mit PartnerInnen auch zwei hochkarätig besetzte Arbeitskreise: Den Arbeitskreis "Arbeiten in der qualitativen Wachstumsgesellschaft" in Zusammenarbeit mit dem Lebensministerium und dem Wirtschaftsministerium sowie den Arbeitskreis "Migration und Integration - Bereicherung und Bedrohung?" in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer.

IdeenAlm: Vor-, quer- und nachdenken über Nachhaltigkeit auf der Alm

Parallel und in Partnerschaft mit dem Europäischen Forum Alpbach laden Mehrblick IdeenStudios und das Ökosoziale Forum heuer erstmals zu Gesprächsrunden über nachhaltige Entwicklung auf eine Alm über dem Ort Alpbach. Die entstehenden Ideen, Dialogmitschnitte und Videointerviews werden regelmäßig auf der Website in das IdeenAlm-Tagebuch übertragen und sollen einen breiten Diskussionsprozess über nachhaltige Entwicklung anregen. Über 40 Gäste haben bereits zugesagt und werden auf einer Alm direkt über Alpbach in Gesprächen Nachhaltigkeit in seiner gesamten Bandbreite diskutieren. Die IdeenAlm ist aber kein Event, es gibt keine öffentlichen Veranstaltungen. Der breite Dialog soll im Social Web stattfinden.
"Neuen, guten und mutigen Ideen für eine lebenswerte Zukunft müssen Flügel verliehen werden", beschreibt der Präsident des Ökosozialen Forums, Franz Fischler, der auch die Patronanz für dieses neue Projekt übernommen hat, die Idee dahinter. "Eine Alm ist dafür die optimale Startrampe."

"Wir wollen - abseits der immer gleichen Wege - gedanklich Neuland entdecken und Nachhaltigkeit auf den (Alm-)Boden bringen. Und die Atmosphäre von Alpbach bietet sich hervorragend dazu an", freut sich der Geschäftsführer des Ökosozialen Forums, Klemens Riegler, auf das neue Projekt.

Rückfragen & Kontakt:

Ökosoziales Forum, Martina Baumeister, Tel. +43 676/64480 41
baumeister@oekosozial.at, www.oekosozial.at, www.ideenalm.at

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