Ein Armutszeugnis für Österreich (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 21. August 2010

Klagenfurt (OTS) - Bereits ein Drittel Pakistans steht nach furchtbaren Überschwemmungen unter Wasser, Millionen Menschen sind obdachlos, notleidend und wissen nicht, was der nächste Tag ihnen bringen wird. Diese trostlosen Bilder können einen nicht kalt lassen, sie prägen sich ein. Die Bereitschaft zu helfen war in der österreichischen Bevölkerung schon sehr bald spürbar. Nur die Regierung eines der reichsten Länder wirkte von den aktuellen Ereignissen relativ unberührt. Bis zu dem Zeitpunkt, als langsam durchsickerte, dass das Landwirtschaftsministerium ganze 200.000 Euro lockermachen wolle. Das als Tropfen auf den heißen Stein zu bezeichnen wäre noch zu viel der Ehre. Dass es erst der heftigen und unverhohlenen Kritik von Hilfsorganisationen bedurfte, um fünf Millionen Euro herauszurücken, ist ein Armutszeugnis. Soziale Verantwortung kann nicht an den Grenzen Österreichs aufhören. Diese Vorgangsweise ist eines Landes, das sich immer noch über ein Solidaritätsprinzip definiert, wirklich nicht würdig.

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