FPÖ-Neubauer: "Es reicht! Faschistische Relikte in Süd Tirol gehören endlich entfernt!"

Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten heute FPÖ-Europabgeordneter Mag. Franz Obermayr und FPÖ-Südtirolsprecher NAbg. Werner Neubauer neue Initiativen zur Entfernung faschistischer Relikte in Süd Tirol der Öffentlichkeit vor.

Für alle in Süd Tirol befindlichen faschistischen Denkmäler nannte Neubauer stellvertretend das Mussolini-Relief am Finanzgebäude und das "Siegesdenkmal" in Bozen, den "Kapuziner Wastl in Bruneck" und die sogenannten Beinhäuser. Er betonte, dass dies nur wenige von vielen faschistischen Relikten in Süd- Tirol seien. Durch diese Verherrlichung werde die ladinische und deutsche Bevölkerung nach wie vor permanent provoziert. Das sei ein "untragbarer Zustand", so Neubauer.

In der Folge ging der freiheitliche Südtirolsprecher auf die aktuelle Diskussion der faschistischen Orts- und Flurnamen ein. In Aosta seien seit 1946 alle Schilder einnamig frankoprovenzalisch. "Es habe weder jemals Sicherheitsprobleme gegeben noch hätten sich Touristen aufgeregt", zitierte Neubauer den Erfahrungsbericht des Abgeordneten und Historikers Nicco. "Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass im Aostatal das Frankoprovenzalische nach dem Zweiten Weltkrieg vielerorts vom Italienischen verdrängt worden ist und heute längst nicht von allen Bürgern gesprochen wird. Bekanntlich hätte Südtirol diesbezüglich die weit besseren Ausgangsbedingungen." Weder Wirtschaft und Tourismus noch die Sicherheit seien im Aostatal durch die historische Lösung gefährdet, so Neubauer.

"Wien verrät in der Ortsnamensfrage die Schutzmachtrolle gegenüber Südtirol", hielt Neubauer dazu fest. Die im Landtag vertretenen deutschen Parteien lehnten die Übernahme der unter Mussolini eingeführten künstlichen faschistischen Flurnamen in die Wanderwege-Beschilderung ab. "Deren Zweck war es und ist, eine Italianität Südtirols künstlich vorzugaukeln, um so weitere Italianisierungs - Maßnahmen zu rechtfertigen", erklärte er weiter. "FPÖ akzeptiert keine Rückkehr zu faschistischen Methoden in der Südtiroler Ortsnamensfrage und wird parteiübergreifend zu Beratungen einladen!", kündigte Neubauer dazu an.

Neubauer berichtete weiter, dass er mit Verwunderung deshalb Stellungnahmen zahlreicher Politiker aufgenommen habe, welche behaupteten, dass Süd Tirol die faschistischen Namensdekrete nicht abschaffen könne, weil es sich um Staatsgesetze handle. "Mit Verwunderung hat der freiheitliche Südtirol-Sprecher deshalb Stellungnahmen zahlreicher Politiker aufgenommen, welche behaupten, dass Süd-Tirol die faschistischen Namensdekrete nicht abschaffen könne, weil es sich um Staatsgesetze handle. "Die Verpflichtung zur Zweisprachigkeit kann übrigens nach allen internationalen völkerrechtlichen Normen nicht als Verpflichtung zu einer künstlichen Zweinamigkeit ausgelegt werden und in die Übernahme frei erfundener faschistischer Tolomei-Bezeichnungen münden. Eigennamen sind weder bei Personen noch bei Orts- und Flurnamen übersetzbar", so Neubauer.

"Es ist uns leider bis heute nicht gelungen, die Öffentlichkeit in Österreich und auch die Weltöffentlichkeit auf diese unbefriedigende Situation in Süd Tirol aufmerksam zu machen. Vor allem aber haben sich leider einige Südtiroler Landesregierungsmitglieder im Streben nach Harmonie mit Rom mit den faschistischen Zumutungen arrangiert und eine Reihe österreichischer Regierungspolitiker folgt auf diesem Weg nach", hielt Neubauer fest. "Von ihnen gilt es zu fordern, sich zu bekennen, wofür sie eigentlich stehen und für welche Form einer Europäischen Wertegemeinschaft sie in Zukunft eintreten wollen!" Er appellierte an die österreichische Bundesregierung, die Schutzmachtfunktion Österreichs endlich wahrzunehmen. Und kündigte weitere Initiative auf EU-Ebene an und schloss auch eine Klage beim Europäischen Gerichtshof nicht aus.

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