Heuras: Projekt "Ch@ck Your Limits" hebt Problembewusstsein für die Gefahren Internet, Handy und Co

Projekt für Fortbildung für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern

St. Pölten (OTS/NÖI) - "Die zunehmende Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet, Handy oder Smartphone bietet einerseits eine Vielzahl an Möglichkeiten und Chancen, andererseits birgt diese auch Risken und die Gefahr einer Überforderung für ihre AnwenderInnen, die sich in völlig neuen Suchtformen manifestieren kann: Internetsucht und Internet-Spielsucht", so Jugendlandesrat Mag. Johann Heuras. Die vom Land Niederösterreich für alle "Suchtfragen" beauftragte Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung trägt diesen Tendenzen Rechnung und hat mit dem Projekt "Ch@ck Your Limits" eine Fortbildung für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern ins Leben gerufen. "Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt ein Problembewusstsein bezüglich negativer Konsequenzen einer inadäquaten Internetnutzung vor allem bei Jugendlichen zu fördern. Darüber hinaus sollen Missverständnisse zwischen den unterschiedlich medien-versierten Generationen ausgeräumt werden", so Heuras.

Viele Dinge, die für LehrerInnen und Eltern im Bereich Medienkonsum problematisch erscheinen, weisen nicht automatisch auf eine Suchterkrankung bei Jugendlichen hin. "Deshalb sollen sowohl SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen an das Thema Internet und Sucht herangeführt werden, um damit sowohl einen Reflexionsprozess über das eigene Internetnutzungsverhalten zu initiiert als auch suchtfördernde Strukturen des Internet zu identifizieren", erklärt der Jugendlandesrat.

Gesellschaftliche Phänomene unterliegen einem permanenten Wandel, so auch das Phänomen Sucht. Standen in der jüngsten Vergangenheit Themen wie etwa das viel zitierte "Komatrinken" verstärkt im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion, so ist derzeit das Thema "neue Medien und Sucht" als zusätzliche Variante stoffungebundener Süchte in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Denn entlang der Nutzung neuer Medien haben sich als gesellschaftliche Folgewirkung des technologischen Fortschritts nicht nur positive Effekte eingestellt, sondern auch neue Problemfelder und Risken vor allem für Kinder und Jugendliche aufgetan.

Die Nutzung des Internets kann zu einem stark exzessiven, selbstschädigenden Problemverhalten werden. In vielen Fällen wird eine intensive Internetnutzung als Ausgleich zu einem problembelasteten Alltag betrieben, die oftmals zu einem pathologischen Internetgebrauch führen kann. Umgangssprachlich hat sich hierfür der Begriff der Internet-Sucht durchgesetzt. Besonders schwierig scheint für die Betroffenen die angemessene Nutzung von Chatrooms, Online-Spielen, Musikbörsen und Erotikangeboten. Anhand der neuesten Zahlen des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung lässt sich feststellen, dass die gesellschaftliche Durchdringung mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien bereits sehr weit fortgeschritten ist. So haben etwa 96,9 Prozent der 14- bis 19-Jährigen zu Hause einen Internetzugang. Aber auch die Dauer der Mediennutzung hat sich seit 2001 bei Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren verdoppelt.

Diese verstärkte Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien führte in den letzten Jahren auch zu Veränderungen in der Kommunikationskultur. So werden etwa neue Soziale Netzwerke wie Facebook bzw. Netlog einerseits zur Kommunikation mit Freunden sowie zur Unterhaltung (etwa mit Computerspielen) und andererseits zur Selbstdarstellung genutzt. Kommunikation findet folglich nicht mehr eingebettet in herkömmliche Alltagssituationen statt, sondern wird über das Medium Internet vollzogen. Der persönliche Austausch im Alltag wie z.B. das Gespräch im Chat, wird von Jugendlichen, die gerade dabei sind auf experimentellem Wege ihre Persönlichkeit zu entwickeln, in das Internet eingespeist und gespeichert und so in einer naiven Freiwilligkeit auch zu einem späteren Zeitpunkt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit verschwimmen zunehmend. Problematisch in diesem Zusammenhang erscheint, dass vor allem bei den Jugendlichen bezüglich möglicher Konsequenzen (Probleme bei Stellensuche, Mobbing, kommerzielle Nutzung persönlicher Daten, ...) einer falschen Internetnutzung kaum Problembewusstsein vorhanden ist.

Dazu kommt, dass sich jene Generationen, die mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien aufgewachsen sind, Jahrgängen gegenüber sehen, die sich häufig nur eingeschränkte Fertigkeiten bezüglich der neuen Medien aneignen konnten. Das fehlende Wissen der Elterngeneration um die neuen Medien führt dazu, dass Kinder- und Jugendliche nicht in die Medienwelt eingeführt werden können. Somit sind Kinder und Jugendliche oftmals im World Wide Web auf sich gestellt, was häufig zu einer Überforderung führt. Diese Überforderung kommt maßgeblich durch eine unkontrollierte, exzessive Nutzung des Internets zum Ausdruck und mündet manchmal in die Ausbildung einer Suchterkrankung (Internetsucht, Internetspielsucht).

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, hat die Fachstelle für Suchtvorbeugung das Projekt "Ch@ck Your Limits" zum Thema Sucht und Neue Medien entwickelt. Das Schulprojekt, welches im Frühjahr in einer Testphase startete, wurde über den Sommer optimiert und ist in der aktualisierten Form bereits buchbar.

Weitere Informationen:

Fachstelle für Suchtvorbeugung,
Koordination und Beratung
Fachbereich Suchtvorbeugung
Mag. DSA Romana Reisenthaler
Tel.: 02742 / 314 40 - 23
Fax: 02742 / 314 40 - 19
romana.reisenthaler@suchtvorbeugung.at

Weitere Angebote der Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung finden Sie unter www.suchtvorbegung.at/suchtvorbeugung, darüber hinaus stehen die MitarbeiterInnen der Fachstelle gerne mit Rat und Tat telefonisch oder persönlich für Ihre Anliegen zur Verfügung.

Tel.: 02742/314 40-14
Mag. Werner Harauer (PR)
e-mail: werner.harauer@suchtvorbeugung.at Homepage:
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