Neues ÖIF-Dossier über arbeitslose türkische Jugendliche und junge Erwachsene

Umfrage unter arbeitsmarktpolitischen "Sorgenkindern" zeigt: Geringer Bildungsstand wird vererbt - Langzeitarbeitslosigkeit droht vielen bereits in jungen Jahren

Wien (OTS) - In der Wissens-Reihe "ÖIF-Dossier" des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) ist nun die Umfrage "Arbeitslose Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund und Arbeitsmarktintegration" von Monika Potkanski und Adnan Isler erschienen. Das neue ÖIF-Dossier umfasst eine Bestandsaufnahme der aktuellen
Arbeitsmarktsituation im Hinblick auf die Situation der untersuchten Zielgruppe und die Ergebnisse einer Befragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Wien.

Sprachliche Defizite und vererbter Sozial-Status

Migrant/-innenkinder türkischer Einwander/-innen gelten vielfach als "soziale Problemfälle" und "Sorgenkinder" am Arbeitsmarkt. 2009 lag der Anteil der 15- bis 24-jährigen arbeitslosen Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund bei rund 13%.

Die zentralen Ergebnisse der Studie von Monika Potkanski und Adnan Isler:

- Neben sprachlichen Defiziten erschweren auch die gesellschaftliche Schichtzugehörigkeit und das Bildungsniveau der Eltern den sozialen Aufstieg der türkischen Jugendlichen. Mehr als 90% der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund sprechen zu Hause überwiegend Türkisch. Der geringe Bildungsstand der Eltern wird vererbt. Mehr als die Hälfte der Mütter der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund hat nur die Pflichtschule abgeschlossen, bei den Vätern sind es 43%. 20% der Mütter haben gar keinen Abschluss.

- Bei 20% der befragten jungen Türken besteht die Gefahr, dass sie in die Langzeitarbeitslosigkeit rutschen - und das schon in jungen Jahren. Sie sind bereits seit über einem Jahr arbeitslos.

Keine klaren Vorstellungen über berufliche Zukunft

- Es herrschen unter den Befragten keine klaren Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft. Die Jugendlichen fühlen sich schlecht über Berufsmöglichkeiten informiert.

- Bei den weiblichen Befragten üben Eltern und Familie den größten Einfluss bei der Karriereplanung aus, bei den männlichen Befragten ist dies die Schule.

- Für nur 32% der weiblichen Befragten ist Weiterbildung wichtiger als einen Job zu haben. Bei den männlichen Befragten liegt der Anteil mit 48 Prozent deutlich höher.

- Ein Drittel der Befragten sind weder beim AMS gemeldet, noch befinden sie sich in einer Schulung.

- Männliche Befragte fühlen sich häufiger aufgrund ihrer Kultur diskriminiert als weibliche Befragte.

- Zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen schlagen die Befragten mehr Weiterbildungsmaßnahmen und verpflichtende Bewerbungstrainings vor.

- Geringes Gehalt, Verzicht auf Freizeit und schlechte Arbeitsbedingungen nennen die Befragten als Gründe, um einen Job abzulehnen.

Die Befragung wurde unter 100 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren mit türkischem Migrationshintergrund in Wien durchgeführt.

Neues ÖIF-Dossier auf www.integrationsfonds.at

Das ÖIF-Dossier "Arbeitslose Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund und Arbeitsmarktintegration" von Monika Potkanski und Adnan Isler steht auf www.integrationsfonds.at ab sofort zum Download bereit.

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Mag. Ursula Schallaböck
Österreichischer Integrationsfonds
Tel.: 01/710 12 03 - 134
ursula.schallaboeck@integrationsfonds.at

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