Sery-Froschauer: Vergabe- und Ausschreibepraxis sorgt in der Kommunikationsbranche für Gewitterstimmung

Fachverband Werbung und Marktkommunikation: "Reform bei der Vergabe öffentlicher Werbe- und PR-Aufträge überfällig"

Wien (OTS/PWK621) - "Eine Reform des Vergaberechts und der Vergabepraxis ist überfällig", fordert Angelika Sery-Froschauer, seit Anfang Juni 2010 neue Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich: "Der Unmut in der heimischen Werbebranche und bei befreundeten Kommunikationsverbänden ist derzeit hoch. Anlass zur Kritik gibt es genug in diesem Sommer. Da werden sowohl Kreativ- als auch Mediadienstleistungen direkt vergeben. Da wird bei einer Ausschreibung für "Mediaagenturleistungen" als Kriterium der Nachweis eines Mindestumsatzes in schwindelerregender Höhe von Euro 100 Mio. festgesetzt. Und diese Liste ließe sich weiter fortführen."

"Diese Praxis ist aber nicht nur aus Sicht der Kommunikationsbranche zu kritisieren, auch aus Sicht der Steuerzahler sollte das Interesse an fairen und transparenten Vergaben von professioneller Kommunikation von öffentlichen Stellen groß sein", argumentiert Sery-Froschauer: "Öffentliche Kommunikation ist eine zentrale Aufgabe der Bundesregierung. Diese Aufträge müssen daher nach klaren und nachvollziehbaren Regeln vergeben werden. Alles andere ist eine Verschwendung von Steuergeldern."

Der Fachverband Werbung spricht sich aus Gründen der Transparenz und der Fairness dafür aus, dass alle Aufträge für öffentliche Kampagnen auf jeden Fall fair und transparent ausgeschrieben werden.

"Ohne professionelle und marktkonforme Ausschreibungen ist auch die Chance gering, den für die jeweilige Kommunikationsaufgabe am besten geeigneten Partner zu finden. Die Betrauung der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) mit der Ausschreibung und Vergabe von öffentlichen Werbe- und PR-Aufträgen für alle Bundesministerien und öffentlichen Stellen kann hier Abhilfe schaffen, um die Vergabepraxis der öffentlichen Hand entscheidend zu verbessern. Das würde auch einen effektiveren Einsatz von Budgetmitteln zur Folge haben", so Sery-Froschauer.

Die österreichische Kommunikationswirtschaft wird mit der Österreichischen Bundesregierung in einen intensiven Dialog treten. Ziel muss die Erstellung einer verbindlichen und fachlichen Richtlinie für die Vergabe öffentlicher Kommunikationsaufträge sein. Auf Basis dieser Richtlinie ist dann auch das österreichische Vergaberecht legistisch zu ändern.

Neben den notwendigen rechtlichen Änderungen soll in Zusammenarbeit mit der BBG auch ein besseres Verständnis für die Funktionsweise des Kommunikationsmarktes erarbeitet werden. Der Fachverband Werbung hat dazu mit der Herausgabe des Kodex K, der Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien für Marketing, Werbung und Public Relations zusammenfasst, bereits im Jahr 2006 konkrete Hilfestellung für die ausschreibenden Stellen geleistet. Wir werden im Oktober 2010 den "Kodex K" aktualisiert und neu aufgelegt herausgeben. Damit wollen wir mithelfen, die Vergabepraxis der Bundesstellen zu verbessern", so Sery-Froschauer.

Um eine Effizienzsteigerung beim Einsatz öffentlicher Budgetmittel für öffentliche Image- und PR-Kampagnen zu erreichen, sollte der Personenkreis, der für die Ausschreibungen und Vergaben von Kommunikationsaufträgen der öffentlichen Hand (Werbekampagnen, PR-Kampagnen, Roadshows etc.) verantwortlich ist, einschlägige Qualifikationen für diese Branche aufweisen. Bei öffentlichen Kommunikationsetats sollten daher zusätzlich zur bisher geübten Praxis und zu den derzeit fachlich zuständigen Personen auch Kreative und Vertreter der österreichischen Werbewirtschaft entscheidungsbefugt in den Ausschreibungs- und Vergabeprozess einbezogen werden.

"Natürlich ist die heimische Werbewirtschaft mit seinen Experten als Ansprechstelle für die Politik gern bereit, z.B. fachliche Unterstützung bei der Ausschreibung einer öffentlichen Informationskampagne zum Thema "Vorteile der Einführung einer Werbezuwachsprämie zu bieten", deponiert Sery-Froschauer abschließend ihr Angebot an die Bundesregierung. (JR)

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