WKÖ-Hochhauser: "Lehrlingsaufnahmen der Betriebe gehen klar nach oben"

Nach Krisenjahr 2009 hellt sich Situation am Lehrstellenmarkt auf - österreichweit Überhang von 903 offenen Lehrstellen - mehr Mobilität und Qualität gefragt

Wien (OTS/PWK619) - "Die Lehrlingsaufnahmen der Betriebe gehen eindeutig und klar nach oben. Und dieser Trend wird sich im Herbst weiter fortsetzen, denn die Lehrverhältnisse beginnen üblicherweise im September oder Oktober", ist die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, überzeugt. "Damit ist zwar noch nicht alles paletti, aber die Entwicklung ist eindeutig positiv. Das Glas ist zu drei Vierteln voll und nicht halb leer."

Im Krisenjahr 2009 haben die Betriebe per Ende Dezember 10,8 Prozent weniger neue Lehrlinge aufgenommen als per Ende 2008. Ende Juli 2010 lag das Minus nur noch bei 3,7 Prozent. Inklusive der Lehrlinge in überbetrieblicher Ausbildung konnte sogar ein Plus von 1.866 Lehranfängern gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Mehr noch:
Die Summe der sofort verfügbaren und nicht sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden abzüglich der offenen Lehrstellen ergibt einen Überhang an offenen Lehrstellen von 903 Ausbildungsplätzen. Ende 2009 bestand noch eine Lehrstellenlücke von 2.072.

Dass dennoch nicht alle Lehrstellensuchende in Betrieben unterkommen, hat viele Gründe: "In Sachen Qualität und Mobilität gibt es vielfach Aufholbedarf", erläutert die WKÖ-Generalsekretärin: "Nach wie vor sind einige wenige Lehrstellen bei den Jugendlichen besonders beliebt, obwohl es in Österreich 226 verschiedene Lehrberufe von A wie Augenoptik bis Z wie Zahntechniker gibt. Hier wäre mehr Offenheit der Jugendliche gefragt." Auch mangelt es bei den Schulabgängern mitunter an der entsprechenden Ausbildung. Vor allem in Ballungszentren wie Wien mit einem großen Angebot an weiterführenden Schulen drängen überproportional viele Schülerinnen und Schüler in eine AHS oder BMHS. Für eine Lehre interessieren sich von vorn herein nur jene, die eine solche Schule nicht schaffen würden. Mit gezielter Vorbereitung wie Gratis-Nachhilfekurse oder eine direkte Betreuung von Jugendlichen wie es sie in einigen Bundesländern bereits gibt, könne hier gegengesteuert werden. Zudem wird durch die Möglichkeit der "Lehre mit Matura", die bereits von über 6000 Lehrlingen angenommen wird, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Ausbildungswegen verbessert.

Last but not least gilt: "In vielen Bereichen - das betrifft sämtliche Segmente des Tourismus und der Gastronomie, aber auch viele Technik-Berufe - werden Lehrlinge händeringend gesucht", betont Hochhauser. Dieser Trend wird sich wegen der demografischen Entwicklung noch verschärfen: 2008 gab es 100.000 15-jährige, aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge werden es 2016 nur noch 85.000 sein.

"Das nächste Wettrennen der Betriebe um Lehrlinge ist absehbar. Darauf müssen und werden sich die Betriebe einstellen", so Hochhauser, die abschließend auf die umfassenden Informationsangebote der WKO in Sachen Lehre hinweist, etwa die von den Wirtschaftskammern und dem AMS eingerichtete elektronische Lehrstellenbörse (www.wko.at/lehrstellen/), wo Unternehmen kostenlos bei der Suche nach den richtigen Bewerbern unterstützt werden. (SR)

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