Günter Ernst: Kosten für Arbeitszimmer müssen umfangreicher absetzbar sein!

Deutsches Höchstrichter-Urteil zum Anlass nehmen, um auch bei uns faire Bedingungen für KleinunternehmerInnen zu schaffen

St. Pölten (OTS) - Die Ausstattungs- und laufenden Kosten für im Wohnbereich untergebrachte Arbeitszimmer müssen steuerlich stärker berücksichtigt werden, verlangt der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich und Vizepräsident der Wirtschaftskammer NÖ, Günter Ernst.
"Aufgrund der derzeitigen Bestimmungen können viele EinpersonenunternehmerInnen und Kleingewerbetreibende die Aufwendungen für ihr häusliches Arbeitszimmer großteils nicht steuerlich absetzen. In Deutschland wurde vom Bundesverfassungsgericht vor kurzem eine ähnlich einschränkende Regelung aufgehoben. Das muss auch in Österreich möglich sein. Schließlich geht es dabei um Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert, so schnell wie möglich auch bei uns faire Bedingungen für die KleinunternehmerInnen zu schaffen."

"Es ist ja überhaupt nicht einzusehen, dass in Österreich große Konzerne sogar Verluste ihrer ausländischen Standorte steuerlich geltend machen können, während ein erheblicher Teil jener KleinunternehmerInnen, die von zu Hause aus arbeiten, nicht einmal die Kosten für das Büro absetzen kann."
"Derzeit können bei uns die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im Wohnungsverband nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Arbeitsraum Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist. Jene vielen Unternehmerinnen und Unternehmer, die öfter im Außendienst sind oder wichtige Leistungen auswärts erbringen, haben dadurch keine Chance, ihre Bürokosten steuerlich abzusetzen. Und das obwohl das Arbeitszimmer in ihrem Berufsleben unverzichtbar ist."

Auch in Deutschland war ein Abzug der Kosten für ein Arbeitszimmer zuletzt nur noch dann erlaubt, wenn der Arbeitsraum Mittelpunkt der Tätigkeit war. Das Bundesverfassungsgericht hob nun diese einschränkende Bestimmung auf, weil sie dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes widerspricht. Laut dem Urteil des Verfassungsgerichts vom Juli 2010 müssen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer in Deutschland künftig in höherem Maß absetzbar sein, wobei der Gesetzgeber zu einer rückwirkenden Neuregelung aufgefordert wurde. Gemäß diesem Urteil müssen Aufwendungen für ein Arbeitszimmer auch dann von der Steuer abgesetzt werden können, wenn der Arbeitsraum nicht den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit darstellt und der Erwerbstätige dort nur einen Teil seiner Arbeit leistet. Entscheidend ist, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

"Auch in Österreich sollte der Gesetzgeber nicht darauf beharren, dass ein Arbeitszimmer Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit sein muss, damit die Aufwendungen dafür steuerlich absetzbar sind. Wenn UnternehmerInnen und andere Erwerbstätige ihr zu Hause untergebrachtes Arbeitszimmer für ihre Tätigkeit brauchen, dann sollten sie die Kosten dafür auch steuerlich geltend machen können. Das wäre wesentlich gerechter als die aktuelle Regelung und besonders im Interesse der EinpersonenunternehmerInnen und GründerInnen", verlangt Günter Ernst eine rasche Gesetzesänderung.

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