Neues Volksblatt: "Erlebniswelt" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. August 2010

Linz (OTS) - Vor Jahren hat einmal eine Schweizer Straßentheatergruppe mit dem Namen "Karls kühne Gassenschau" in Linz gastiert. Titel der spektakulären Vorführung: "Erlebniswelt Baustelle".
Auch für den von Unterrichtsministerin Claudia Schmied verantworteten Bildungsbereich wäre das eine passende Bezeichnung. Sozusagen als Polier steht sie auf ihrer Baustelle (oder auch nicht) und muss erleben, was alles ohne ihr Zutun passiert. Vor allem: Sie muss erleben, was alles passiert, ohne dass ihr Tun auch nur den geringsten Einfluss auf die Entwicklung der Dinge hat.
"Schmied vor Rücktritt?", "Faymann und Pröll brüskieren Schmied", "Ministerin ohne Rückhalt": Wer solche Schlagzeilen erntet, muss natürlich die Flucht nach vorne antreten. Den Schulvorstoß von Erwin Pröll als "Sommertheater" einzustufen, ist eine solche Flucht. Immerhin hat ihr Parteifreund Hans Niessl auf Grundsatzbeschlüsse der LH-Konferenz in der Frage der Lehrer-Verländerung verwiesen. Und: Die Ministerin müsste wissen, dass etwa LH Josef Pühringer schon mehrmals mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit gegangen ist. Die Sache daher nun als Lappalie abzutun, ist strategisch unklug - denn so marschiert Schmied sehenden Auges in einen Polit-Krieg mit Erwin Pröll.

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