Tumpel: Unternehmer müssen mehr ausbilden

Aktuelle Lehrstellenstatistik: Die Unternehmen nehmen noch immer weniger neue Lehrlinge auf

Wien (OTS) - "Runter von der Bremse bei der Jugendausbildung!" Das fordert AK Präsident Herbert Tumpel von der Wirtschaft. Wie schon in den Vormonaten nahmen die Unternehmen auch im Juli weniger Lehrlinge neu auf: In den österreichischen Betrieben hatten Ende Juli um fast 5.000 Jugendliche weniger als 2008 einen Lehrvertrag im ersten Lehrjahr - sogar im Vergleich zum Krisenjahr 2009 beträgt das Minus fast 1.300. "Statt auszubilden, rufen die Unternehmen nach billigen Fachkräften aus dem Ausland", kritisiert Tumpel, "sie gefährden damit die Zukunftschancen der Jungen und öffnen dem Sozial- und Lohndumping Tür und Tor." Überdies belasten damit die Unternehmen die Allgemeinheit mit den Kosten einer guten Ausbildung - die überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen hatten Ende Juli fast 3.500 Lehrlinge mehr als 2008 (8.777 statt 5.312). Tumpel fordert ein Umdenken in der Unternehmenspolitik: "Die Berufsausbildung ist auch Aufgabe der Wirtschaft. Immerhin gibt es dafür eine umfangreiche Lehrstellenförderung."

Genau 33.734 Jugendliche lernten Ende Juli im ersten Lehrjahr in einem Betrieb. Das sind um 4.818 oder 12,5 Prozent weniger als im Jahr 2008 (38.552) - und noch immer um 1.294 oder 3,7 Prozent weniger als im Krisenjahr 2009 (35.028). Stark zugenommen hat dagegen die Gesamtzahl der Lehrlinge in der überbetrieblichen Ausbildung, für die die Allgemeinheit aufkommt: von 5.312 Ende Juli 2008 über 7.673 im Jahr 2009 auf 8.777 im Jahr 2010.

"Würde der Staat nicht einspringen, hätten viele Jugendliche keine Chance auf Ausbil-dung", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. "Aber es kann nicht sein, dass die Unterneh-men ihre gesellschaftlich wichtige Aufgabe der Jugendausbildung weiter auf den Staat abschieben. Immerhin hat der Staat der Wirtschaft mit viel Geld und Konjunkturpaketen in der Krise geholfen."

"Jetzt, wo die Konjunktur langsam anspringt, müssen die Unternehmen ihren Beitrag leisten. Sie müssen wieder mehr ausbilden", fordert Tumpel. Der AK Präsident verweist auf die umfangreiche Lehrstellenförderung für Firmen: Ein Lehrling im Einzelhandel etwa kostet den Betrieb in der 3-jährigen Lehrzeit rund 29.000 Euro an Lehrlingsentschädigung und Sozialversicherungsbeiträgen. Dem stehen nicht nur die Arbeitsleistungen des Lehrlings gegenüber. Der Staat fördert diese Lehrlingsausbildung noch mit maximal 8.500 Euro. Damit übernimmt er fast 30 Prozent der Lohnkosten.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001