Die Presseaussendungen des Fachverbandes der Pensionskassen und die Wahrheit

Sinkende Erträge und 1 1/2 Jahre erfolglose Reformkommission sollen als Erfolg verkauft werden.

Wien (OTS) - Der neue Fachverbandsobmann Zakostelsky versucht, das Halbjahresergebnis 2010 der Pensionskassen(PK) von 2,39% als Erfolg zu verkaufen und eine heile Pensionkassenwelt zu suggerieren! Er verschweigt geflissentlich, dass der Aufwärtstrend der Performance bereits im Mai d.J. gestoppt wurde; das 2.Quartal 2010 schlägt sich immerhin bereits mit einem Verlust von -0,54% zu Buche und die negative Tendenz setzt sich auch im Juli und August fort.

Auch Zakostelsky beschreitet somit - wie sein Vorgänger Böhm -weiterhin den Weg der Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Was soll die Feststellung eines "Ertrags auf ein Jahr von 8,63%"? Unterjährige Ertragsziffern haben an sich keinen Aussagewert. Einzig und allein die Performance per 31.12. eines Jahres zählt! Einen Ertragswert von Juni zu Juni zu konstruieren, schlägt also dem Fass endgültig den Boden aus.

Wann wird der Fachverband endlich von seinen unseriösen Jubelmeldungen zu einer fairen Berichterstattung übergehen? Wann wird er von sich aus zugeben, dass ein Ertrag von 2,39% keine Pensionserhöhung bedeutet, sondern für alle Pensionsbezieher mit einer Pensionskürzung bis zu 5% gleichzusetzen ist. Tatsache ist, dass mindestens 6% bis 8% Ertrag erwirtschaftet werden müssten, um nach Abzug der PK-Kosten für die überwiegende Mehrheit der betroffenen Pensionisten den Rechnungszins von bis zu 6,5% und damit eine nur gleichbleibende Pension zu erreichen, ganz zu schweigen von einer Inflationsabgeltung.

Wenn Hr. Zakostelsky nun der Sicherheit den Vorrang gegenüber hohen Erträgen einräumt, so versucht er die von den Pensionskassen einst vollmundig versprochenen und auch vertraglich vereinbarten jährlichen Veranlagungserträge von 7,5% und mehr aus dem Bewusstsein zu verdrängen. In den letzten 10 Jahren haben die heimischen PK durchschnittlich nur etwa ein Viertel ihrer Zusagen erzielt. Die Folgen dieser drastischen Verfehlungen hatten und haben die PK-Berechtigten - ca. 60.000 derzeitige und eine halbe Million zukünftige PK-Pensionsempfänger - in Form von Pensionskürzungen bis zu 45% zu tragen. Und die sind ohne einen Zuschuss von dritter Seite in der verbleibenden Lebenszeit absolut unaufholbar! Dass es sich hier bei einer durchschnittlichen Monatspension von 474,- EUR bestimmt nicht um Luxuspensionen handelt, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Dass Hr. Zakostelsky mit dem bisherigen Verlauf der Arbeit der Reformkommission zufrieden ist, versteht sich von selbst, haben doch die PK dank ihrer übermächtigen Lobby sämtliche Versuche, für die vom Debakel der 2.Säule am härtesten Betroffenen eine Milderung zu erreichen, nicht nur erfolgreich abgewehrt, sondern sind am besten Weg, ihren "Besitzstand" noch weiter auszubauen - will heißen:
weiterhin keine Ergebnisverantwortung für die PK - volles Risiko für die PK-"Berechtigten" und endgültige Einzementierung der bisher erlittenen Pensionshalbierung.

Pekabe, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, wird sich jedenfalls weder von einer Refomkommission abspeisen lassen, die nach nunmehr 1 1/2 Jahren keinerlei für die PK-Geschädigten brauchbare Ergebnisse aufzuweisen hat, noch von der heilen Welt, die Herr Zakostelsky vortäuschen möchte.

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Günter Braun, Pe|ka|be - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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